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ESF-Förderprogramm für gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand: So geht es weiter

Das ESF-Förderprogramm „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ ist offiziell gestaltet. Mit ihren Angeboten wollen 75 Projektträger bis 2014 über 2.000 Unternehmen stärken. Hier lesen Sie, wie die Teilnehmer ausgewählt wurden, wer welche Angebote gestaltet, wie es weiter geht und wo sich Unternehmen noch für eine Mitwirkung bewerben können.

Berlin (csr-news) – Die Aktivitäten im Rahmen des ESF-Förderprogramms „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ werden überwiegend von Multiplikatoren wie Kammern, Stiftungen und gemeinnützigen Vereinen gestaltet. Sechs Unternehmen gehören zu den 75 Projektträgern, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundes unterstützt. Über die Angebote der Multiplikatoren sollen bis 2014 über 2.000 Unternehmen in der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung gestärkt werden.

Bei der Auftaktveranstaltung am 20. April in Berlin sagte Gerd Hoofe, Staatssekretär im BMAS, vor knapp 300 Teilnehmern: „Das Thema nimmt richtig Fahrt auf! Das zeigt das enorme Interesse an dem Förderprogramm und die große Resonanz auf die heutige Veranstaltung. Wir müssen das jetzige Momentum nutzen und von den 75 geförderten Projekten ausgehend noch mehr Mittelständler für das Thema Nachhaltigkeit gewinnen.“ Aufgrund des hohen Interesses an dem Programm – 320 Anträge wurden eingereicht – hatte der Bund die Fördersumme von 21 auf 35,6 Millionen Euro erhöht. Die Antragstellung selbst gestaltete sich nicht einfach: Bewerber beklagten das aufwendige Verfahren und den Umstand, dass Programme überwiegend vorfinanziert werden müssen.

Im Auswahlverfahren wurden zu allen Anträgen jeweils zwei wissenschaftliche Gutachten erstellt. Nach deren Ergebnissen wurden die Antragsteller in einem Ranking erfasst und dann soweit gefördert, wie Mittel zur Verfügung stehen. Die jetzt geförderten Projekte berücksichtigen die Aktionsfelder Arbeitsplatz, Umwelt, Markt und Gemeinwesen. Sie verteilen sich über alle Bundesländer – außer Rheinland-Pfalz. Da jedoch viele Projektträger regional übergreifend tätig sind, profitieren auch rheinland-pfälzische Unternehmen aus dem Programm. Die Projektträger stellten nach der Interessenbekundung einen formellen Antrag beim Bundesverwaltungsamt und erhielten überwiegend bereits Bewilligungsbescheide. Im Dezember, Januar und Februar sind ein großer Teil der Projekte angelaufen. An einigen Standorten jedoch werden noch mitwirkende Unternehmen gesucht (siehe Liste unten).

Den Erfahrungsaustausch zwischen den Projektträgern und beteiligten Unternehmen organisiert die Bertelsmann Stiftung. In Kassel und Berlin haben dazu bereits regionale Veranstaltungen stattgefunden. Weitere Konferenzen und Workshops werden folgen.

Zudem ist eine Evaluation des Projektes ausgeschrieben, der Zuschlag soll spätestens im Mai erfolgen. Die wissenschaftliche Begleitung soll belastbare Ergebnisse dazu liefern, inwieweit das Förderprogramm die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen verbessert hat. Methodisch sollen dazu etwa Geschäftsführer, Mitarbeiter und teilweise Stakeholder befragt werden.

Bei diesen Projekten können sich Unternehmen noch um eine Mitwirkung bewerben:

  • Personalentwicklung durch Engagement (3WIN e.V. – info@3win-institut.de)
  • Erstellung einer Treibhausgas- Bilanz über die Wiederaufbereitung und Vermarktung gebrauchter IT-Hardware (AfB gGmbH – nathalie.ball@afb24.com)
  • RECOM – Wiederverwendung und Ressourcenschonung im regionalen Netzwerk (Arbeitskreis Recycling e.V. – c.vendramin@recyclingboerse.org)
  • „Lebenslust am Arbeitsplatz – Ein Antidepressivum für KMU“ (ARINET GmbH – marita.krempl@arinet-hamburg.de)
  • Ganzheitliche Strategien für verantwortungsvolle Unternehmensführung (BAUM e.V. – rk.baum-niedersachsen@baumev.de)
  • „Gute Arbeit & Gutes Leben in Waldeck-Frankenberg“ (Berufsförderungswerk des Handwerks (BFH) gGmbH – mueller@bbz-korbach.de)
  • Gesellschaftliches und ökologisches Engagement von KMU in Sachsen-Anhalt (Bildungswerk der Wirtschaft Sachsen-Anhalt e.V. – Kerstin.Mogdans@bwsa.de)
  • Sustainable Business Angel (Bionade GmbH – lenzen@macondo.de)
  • Kompetenz-Zentrum Gesundheit und Prävention BUPNET GmbH – ipolzin@bupnet.de)
  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch CSR (GILDE Gewerbe- und Innovationszentrum Lippe Detmold GmbH – brinkmann@gildezentrum.de)
  • Ressourcenschonung als CSR-Aufgabe im Mittelstand im Saarland und in Rheinland-Pfalz (Global Nature Fund (GNF) – brunschoen@globalnature.org)
  • Naturschutz und Biodiversitätserhalt als CSR-Aufgabe im Mittelstand (Global Nature Fund (GNF) – gattenloehner@globalnature.org)
  • allerhand!werk – Verantwortungsvolle Betriebe auf Kurs in die Zukunft (Handwerkskammer Hamburg – info@allerhandwerk-hamburg.de)
  • SyPerB SBH – Systematische Personalentwicklung für die Beschäftigten der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg (IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg – furtwaenglerm@villingen-schwenningen.ihk.de)
  • Moderne Unternehmen sozial engagiert (MUse) – (ifw Meuselwitzer Bildungszentrum GmbH – gf@ifw-mbz.de)
  • CSR-Initiative Rheinland – Unternehmen und Organisationen gemeinsam engagiert (pieck@bonn.ihk.de)
  • Smart Energy in SME. Verankerung energieökologischer CSR-Strategien in Geschäftskonzepte deutscher KMU (isw Institut gGmbH – berg@isw-institut.de)
  • ÖkoMotiv-Umweltbewusst arbeiten! (IWT – Institut der Wirtschaft Thüringens GmbH – Robert.Schaefer@iw-thueringen.de)
  • CSR in Tourismus und Handel – 250 Unternehmen integrieren CSR systematisch & nachhaltig (KATE – Kontaktstelle für Umwelt & Entwicklung – koschwitz@kate-stuttgart.org)
  • CaeSaR I & II – CSR-Aktivitäten für ethische und soziale Lösungen zur Schaffung eines innovativen Arbeitsumfeldes und für nachhaltigen Ressourcenschutz (Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH – carola.dittmann@qfc.de)
  • CSR PRO – Verantwortung gestalten durch nachhaltige Prozesse (RKW Berlin GmbH – anja.rakowski@rkw-bb.de)
  • Nürnberger Unternehmen in sozialer Verantwortung (Stadt Nürnberg – manfred.klier@stadt.nuernberg.de)
  • CSR – mit Fairtrade die Lieferkette von KMU nachhaltig gestalten (TransFair e.V. – d.grimmelt@fairtradedeutschland.de)
  • Ulmer Netzwerk gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand – UNGEV (Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung – unw e.V. – joa.bauer@unw-ulm.de)
  • CSRegio – Bildungsinitiative zur strategischen Umsetzung von CSR in der ostbayerischen Industrie (Universität Bayreuth – Michael.roethel@philosophyeconomics.de)
  • CSR Regio.Net – Verantwortliche Unternehmensführung im Mittelstand (UPJ e.V. – moritz.blanke@upj.de)
  • Trusted Care (zwei P PLAN:PERSONAL GmbH – nils.grudzinski@zwei-p.org)
  • WEGE – Wirtschaftlicher Erfolg durch gesellschaftliches Engagement (ZWH e.V. Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk – mdiart@zwh.de)

Die BMAS-Broschüre mit allen Akteuren im Internet (als PDF)

Lesen Sie unseren Kommentar zu den Erfolgsaussichten des Programms – und dessen Rahmenbedingungen.

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