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CSR und Social Entrepreneurship noch zwei Welten

Europa muss auf den wachsenden Graben zwischen Arm und Reich reagieren und dazu können die über 4.000 mit CSR Europe verbundenen Unternehmen einen wichtigen Beitrag leisten. Davon zeigte sich der Präsident von CSR Europe, Staatsminister Etienne Davignon, am 27. April in Brüssel überzeugt.

Brüssel (csr-news) – Europa muss auf den wachsenden Graben zwischen Arm und Reich reagieren und dazu können die über 4.000 mit CSR Europe verbundenen Unternehmen einen wichtigen Beitrag leisten. Davon zeigte sich der Präsident von CSR Europe, Staatsminister Etienne Davignon, am 27. April in Brüssel überzeugt. Weiter sagte Davignon bei der Eröffnung der „Enterprise 2020 Conference“ mit dem Schwerpunktthema „gesellschaftliche Innovationen“: Es brauche Unternehmen, die sich ambitionierte Ziele setzten, an deren Erreichung glaubten und durch ihre Fähigkeit zur Zielerreichung öffentliches Vertrauen erwürben. Innovationen sollten sich an globalen Werten orientieren und zugleich lokale Besonderheiten berücksichtigen.

Auf der Tagung regte der Autor und NESTA-CEO, Geoff Mulgan, an, das Konzept Corporate Social Responsibility (CSR) in Corporate Social Innovation (CSI) weiterzuentwickeln. So wie massive Investitionen in technische und militärische Entwicklungen zu großen Innovationen beigetragen hätten, gelte es jetzt in gesellschaftliche Innovationen zu investieren. Die Diskussion über „Social Innovations“ und Social Entrepreneurship finde derzeit noch getrennt von der CSR-Diskussion statt und das Ziel, die Wirtschaft als Partner für grundlegende gesellschaftliche Innovationen zu gewinnen, sei noch nicht erreicht. „Wir brauchen neue Wege, um die Kapazität der Unternehmen mit gesellschaftlicher Kreativität zu verbinden“, sagte Mulgan.

Der CSR-Berichterstatter im Europäischen Parlament, Richard Howitt, forderte die CSR Europe-Mitglieder auf, das Bewusstsein für die Bedeutung gesellschaftlicher Verantwortungsbewusstsein mit der Politik gemeinsam in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Europäische Kommission wolle Unternehmen nicht predigen, wie CSR geschehen soll, sondern bei deren Umsetzung kooperieren. Als Herausforderungen nannte er die Armutsbedrohung von einem Fünftel der europäischen Bevölkerung und die hohe Arbeitslosenrate. CSR solle für Unternehmen keine zusätzliche Belastung darstellen, sondern ein nachhaltiges Wirtschaften stärken.

Auf der Tagung mit etwa 200 Teilnehmern stellten verschiedene Unternehmen ihre Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Probleme und ihre Kooperationen mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren vor.

Foto: Geoff Mulgan