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Nachhaltige Börsen – Fortschrittsbericht der Sustainable Stock Exchange Initiative

Die Betreiber der weltweit wichtigsten Börsen tragen eine Mitverantwortung für die weitere Entwicklung nachhaltiger Unternehmenssteuerung. Wie die Sustainable Stock Exchange Initiative (SSE) in ihrem aktuellen Fortschrittsbericht schreibt, sind ihren Bemühungen jedoch Grenzen gesetzt, Investoren und Politik müssen ebenfalls ihren Beitrag leisten.

London (csr-news) > Die Betreiber der weltweit wichtigsten Börsen tragen eine Mitverantwortung für die weitere Entwicklung nachhaltiger Unternehmenssteuerung. Wie die Sustainable Stock Exchange Initiative (SSE) in ihrem aktuellen Fortschrittsbericht schreibt, sind ihren Bemühungen jedoch Grenzen gesetzt, Investoren und Politik müssen ebenfalls ihren Beitrag leisten.

Im Jahr 2010 analysierte die SSE erstmals Hindernisse und Chancen für Nachhaltigkeitsinitiativen der weltweit 30 größten Börsen. Mit dem Fortschrittsbericht wurde nun die Entwicklung an den gleichen Börsenplätzen untersucht – erstes ermutigendes Ergebnis ist der deutlich höhere Rücklauf (78 Prozent gegenüber 53 Prozent im Jahr 2010). Ebenfalls gestiegen ist die Zustimmung zur Annahme, dass Wertpapierbörsen einen wichtigen Beitrag zur Verankerung nachhaltigen Handelns in der Wirtschaft leisten. Mehr als die Hälfte der untersuchten Börsen setzten sich für global einheitliche Regeln der Berichterstattung ein – wie diese jedoch in der Praxis aussehen könnten, darüber herrschen stark unterschiedliche Auffassungen. Angetrieben wird dieses Thema bislang hauptsächlich von institutionellen Investoren, allerdings fehlt noch die konsequente Berücksichtigung in den Anlageentscheidungen, um nachhaltige Unternehmensführung stärker voranzutreiben. Große Übereinstimmung dagegen bei der Einführung von Nachhaltigkeitsindizes – 86 Prozent der Börsen verfügen bereits über einen derartigen Index oder beabsichtigen die Einführung.

Es scheint ermutigend, dass die Börsen ihre Möglichkeiten erkennen und Einfluss auf Unternehmen an den weltweiten Finanzmärkten ausüben können. Gleichzeitig werden aber Regelungen für eine Offenlegung der Nachhaltigkeitsberichte in vielen Fällen abgelehnt. Einigkeit herrscht bei der Forderung nach gesetzlichen Regulierungbehörden, ohne die wirksame Mechanismen nicht implementiert werden können. Zudem ergab die Umfrage eine deutliche Zustimmung, dass nachhaltiges Handeln auch geschäftlich erfolgreich ist – 2010 sahen dies nur 38 Prozent so, inzwischen sind es mehr als 57 Prozent, auch wenn sich entsprechendes Engagement selten in konkreten Zahlen messen lässt – wesentlicher Vorteil ist nach wie vor die Steigerung der Reputation.

Die Sustainable Stock Exchange Initiative wurde von mehreren großen Investoren initiiert und wird von den UN Prinzipien für verantwortliches Investment (UN PRI) unterstützt. Ziel ist die Kooperation von Börsen, Politik und Unternehmen um die ESG-Kriterien weiter in der Unternehmenslandschaft zu verbreiten. Zudem soll mehr Transparenz die Investitionsbereitschaft erhöhen.

Die komplette Studie steht bei „responsible research“ zum Download bereit.

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