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Weniger gefährliche Produkte in Europa entdeckt

In Europa sind im vergangenen Jahr deutlich weniger gefährliche Produkte entdeckt worden als noch 2010. Über das EU-Schnellwarnsystem Rapex wurden im letzten Jahr 1803 Produkte vom Markt genommen oder zurückgerufen. Die Brüsseler Behörde räumte ein, dass der Rückgang der Meldungen vor gefährlichen Produkten auf Personalknappheit in den Behörden der Mitgliedsländer zurückgehen könnte.

Brüssel (afp) – In Europa sind im vergangenen Jahr deutlich weniger gefährliche Produkte entdeckt worden als noch 2010. Über das EU-Schnellwarnsystem Rapex wurden im letzten Jahr 1803 Produkte vom Markt genommen oder zurückgerufen, welche die Gesundheit oder die Sicherheit von Verbrauchern gefährdeten, wie die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte. Das sind 20 Prozent weniger Meldungen als im Rekordjahr 2010, als mehr als 2200 Warnungen vor bedenklichen Produkten eingingen – das waren so viele wie noch nie seit dem Start des Rapex-Systems 2004 gewesen.

Im vergangenen Jahr ging die Zahl der gemeldeten Produkte damit erstmals zurück. Die EU-Kommission sieht darin ein Zeichen dafür, dass sich das System inzwischen bewährt hat und „auch die Mitgliedsländer das System effizienter nutzen, da inzwischen klarer ist, wo und wann es am wichtigsten ist zu handeln“. Die Brüsseler Behörde räumte aber auch ein, dass der Rückgang der Meldungen vor gefährlichen Produkten auch auf gekürzte Mittel und somit auf Personalknappheit in den Behörden der Mitgliedsländer zurückgehen könnte.

Neben den 27 EU-Ländern beteiligen sich auch Island, Norwegen und Liechtenstein an dem Warnsystem. Als Erfolg feiert es die EU-Kommission, dass die Zahl der gefährlichen Produkte zurückgegangen ist, die aus China nach Europa eingeführt wurden. Entfielen im Jahr 2010 noch 58 Prozent der Warnhinweise auf chinesische Produkte, waren es im vergangenen Jahr mit 54 Prozent etwas weniger. Verbraucherschutzkommissar John Dalli kündigte an, die Zusammenarbeit mit den internationalen Handelspartnern Europas zu stärken, um die Produktsicherheit zu verbessern.

Am häufigsten gingen Warnungen vor Bekleidung und Textilien ein, weil etwa das Risiko von Erstickung und Reizungen bestand (423 Meldungen). Am zweithäufigsten war mit 324 Meldungen Spielzeug betroffen, meist weil von den Produkten ebenfalls die Gefahr des Erstickens durch Verschlucken ausging. Probleme gab es zudem mit Kraftfahrzeugen (171 Meldungen), Elektrogeräten (153 Meldungen) sowie Kosmetika (104 Meldungen). Fast jedes fünfte bedenkliche Produkt kam aus Europa selbst. Auch 43 Produkte aus Deutschland lösten den Angaben zufolge einen Warnhinweis aus.

Über Rapex werden Produkte gemeldet, die Konsumenten sowie der Umwelt schaden können oder eine Gefahr am Arbeitsplatz darstellen. Bedenkliche Lebensmittel und Medikamente werden jedoch über gesonderte Warnsysteme erfasst und sind in der Statistik nicht enthalten.

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