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Auszeichnung der Bayer Cares Foundation für innovative Gesundheitsprojekte: „Lebenstagebuch“ gewinnt Aspirin Sozialpreis 2012

Die „Bayer Cares Foundation“ zeichnet „Lebenstagebuch“ – eine Schreibtherapie für traumatisierte Kinder des Zweiten Weltkrieges – mit dem „Aspirin Sozialpreis 2012“ aus. Das Online-Projekt des Berliner „Behandlungszentrums für Folteropfer“ hilft Menschen, ihre Kriegserlebnisse schriftlich aufzuarbeiten.

Berlin (csr-service) – Die „Bayer Cares Foundation“ zeichnet „Lebenstagebuch“ – eine Schreibtherapie für traumatisierte Kinder des Zweiten Weltkrieges – mit dem „Aspirin Sozialpreis 2012“ aus. Das Online-Projekt des Berliner „Behandlungszentrums für Folteropfer“ hilft Menschen, ihre Kriegserlebnisse schriftlich aufzuarbeiten. Als Sieger erhält das weltweit einzigartige Projekt ein Preisgeld von 15.000 Euro. Den mit 10.000 Euro dotierten zweiten Platz belegt das in Berlin aktive Netzwerk von Arzt- und Zahnarztpraxen der „MUT Gesellschaft für Gesundheit“, das obdachlose Menschen medizinisch versorgt. Platz drei und eine Prämie von 5.000 Euro erzielte das von Lehrern und Schülern gemeinsam entwickelte Heidelberger Programm „REBOUND – Meine Entscheidung“ zur Suchtprävention für Jugendliche.

„Innovationen sind die Lebensader von Bayer – als forschendes Unternehmen arbeiten wir täglich an neuen und besseren Produkten“, sagte Dr. Richard Pott, im Vorstand der Bayer AG verantwortlich für Personal und Strategie sowie Vorstand der Bayer-Sozialstiftung, bei der Preisverleihung am 10. Mai 2012 in der Humboldt-Universität zu Berlin. „Soziale Initiativen leisten darüber hinaus wertvolle Beiträge zur Bewältigung vieler Herausforderungen im Gesundheitswesen. Ihr Erfolg wird häufig von dem ehrenamtlichen Einsatz verantwortungsbewusster Bürger ermöglicht, die tatkräftig voran gehen und dabei neue Wege verfolgen. Mit dem ‚Aspirin Sozialpreis‘ möchten wir dieses Engagement würdigen und Innovationen im Bereich der Sozialmedizin unterstützen.“

Die Berliner Staatssekretärin für Gesundheit, Emine Demirbüken-Wegner, betonte: „Ich freue mich besonders, dass Projekte aus Berlin bei diesem Wettbewerb stark vertreten sind. Sie zeugen von dem Einsatz von Berlinerinnen und Berlinern für andere Menschen, die ohne dieses ehrenamtliche Engagement kaum Zugang zu den sozialen und gesundheitlichen Hilfe- und Versorgungsstrukturen hätten. Auf dieses Engagement, für das ich an dieser Stelle ausdrücklich danken will, sind wir auch in Zukunft angewiesen, wenn wir den sozialen Zusammenhalt fördern wollen.“

„Die heutigen Preisträger liefern exzellente Beispiele dafür, wie durch Eigeninitiative, ehrenamtliches Engagement und innovative Ideen die Versorgungslücken, die das ökonomisch ausgerichtete Gesundheitssystem läßt, wenigstens zum Teil geschlossen werden können. Solche Initiativen des ehrenamtlichen Engagements sind aus der Sicht der sozialen Medizin unverzichtbar“, hob Professor Dr. Holger Pfaff, Direktor des Instituts für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) an der Universität zu Köln, hervor. „Der ‚Aspirin Sozialpreis‘ trägt in vorbildlicher Weise dazu bei, dieses Versorgungslücken schließende Engagement im wahrsten Sinne des Wortes wertzuschätzen.“

Der „Aspirin Sozialpreis“ wird 2012 zum dritten Mal vergeben. Ein unabhängiger Expertenrat wählte die Plätze eins bis drei aus 107 Bewerberprojekten aus ganz Deutschland aus.

Therapie für traumatisierte Kinder des Zweiten Weltkrieges

Das Sieger-Projekt steht exemplarisch für Innovation in der sozialmedizinischen Nachsorge. Etwa 16,5 Millionen der heute über 65-Jährigen haben als Kinder den Zweiten Weltkrieg miterlebt. Circa 30 Prozent von ihnen leiden noch heute unter Depressionen und Ängsten, jeder Zwanzigste sogar an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Diesen Menschen hilft das Berliner Projekt „Lebenstagebuch“ mit einer kostenlosen sechswöchigen Internet-Schreibtherapie, die hausärztlich begleitet wird. Die Betroffenen erzählen ihre traumatischen Erlebnisse in schriftlicher Form und betten diese in ihre Lebensgeschichte ein. Eine Studie der Universität Greifswald belegt, dass die Kurzzeit-Therapie die Lebensqualität der Betroffenen maßgeblich verbessert. Es handelt sich um das weltweit einzige Angebot dieser Art für Kinder des Zweiten Weltkrieges. Das Projekt wurde 2008 gestartet und wird von einem hauptamtlichen und vier ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen.

Medizinische Versorgung für Obdachlose

Ein bereits in den 1990er Jahren gegründetes und seinerzeit deutschlandweit einzigartiges Projekt der medizinischen Fürsorge ist das Netzwerk von Ärzten und Zahnärzten für Obdachlose in Berlin. Menschen ohne festen Wohnsitz benötigen oft akut medizinische oder zahnärztliche Versorgung – doch scheuen sie sich, eine Arztpraxis aufzusuchen.

Das Projekt der „MUT Gesellschaft für Gesundheit“ schließt diese Versorgungslücke, indem es die Betroffenen kostenlos und auf Wunsch anonym behandelt. Ein Team aus fünf hauptamtlich und zwölf ehrenamtlich tätigen Ärzten, Zahnärzten und Sozialhelfern arbeitet täglich in Berlin am Stralauer Platz (Ostbahnhof) und an der Weitlingstraße (Bahnhof Lichtenberg). Bislang konnten so über 10.000 obdachlose Patienten versorgt werden.

Eigenverantwortlicher Umgang von Jugendlichen mit Suchtgefährdung

„REBOUND – Meine Entscheidung“ ist ein neuartiges, von Lehrern und Schülern im Jahr 2010 gestartetes Sucht-Präventionsprogramm. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Schülern gegenüber Suchtgefahren, die mit dem Konsum von Alkohol und anderen Drogen verbunden sind.

Mit einem interdisziplinären Ansatz aus Medienpädagogik, eLearning und Theaterpädagogik wollen die Initiatoren die Gesundheitskompetenz von Schülern der 8. bis 13. Klasse stärken – mit dem Ziel, dass die Jugendlichen eigenverantwortlich Entscheidungen gegen den Drogen-Konsum treffen. Träger des Projektes mit 3,5 hauptamtlichen und 40 ehrenamtlichen Mitarbeitern sind die „Mentor Stiftung Deutschland“ sowie das Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Die Präventionsmaßnahmen erreichen jährlich rund 1.000 Jugendliche.

Publikumspreis für Ronald McDonald Haus in Berlin-Wedding

Mit dem Publikumspreis, der mit ebenfalls 5.000 Euro dotiert ist, ehrt die „Bayer Cares Foundation“ das „Ronald McDonald Haus“ in Berlin-Wedding. In der Einrichtung finden jährlich rund 500 Familien ein Zuhause auf Zeit, um in in der Nähe ihrer schwerkranken Kinder zu sein, die im Deutschen Herzzentrum oder im Charité Campus Virchow-Klinikum behandelt werden. Das Hilfsprojekt erhielt in einem Online-Voting 2.708 Stimmen und damit rund 20 Prozent der 13.978 abgegebenen Stimmen.

Weitere Informationen im Internet:
www.aspirin-sozialpreis.de

Der Gewinner des Aspirin Sozialpreises 2012 im Internet:
www.lebenstagebuch.de