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Integrated Reporting schafft neue Management-Chancen

Wenn es um die Zukunft der externen Berichterstattung von Unternehmen geht, ist Integrated Reporting das beherrschende Thema. Bislang haben erst wenige Akteure diesen Trend berücksichtigt. Dabei kann ein ganzheitlicher Ansatz wichtige Erkenntnisse bringen und damit neue Management-Chancen schaffen, so die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in einer aktuellen Studie zum Thema.

Frankfurt (csr-news) > Wenn es um die Zukunft der externen Berichterstattung von Unternehmen geht, ist Integrated Reporting das beherrschende Thema. Bislang haben erst wenige Akteure diesen Trend berücksichtigt. Dabei kann ein ganzheitlicher Ansatz wichtige Erkenntnisse bringen und damit neue Management-Chancen schaffen, so die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in einer aktuellen Studie zum Thema.

„Die integrierte Berichterstattung erschöpft sich nicht darin, den Geschäftsbericht um Nachhaltigkeitsaspekte oder ein Kapitel zur Corporate Governance zu erweitern. Vielmehr bringt das Integrated Reporting einen Methodenwechsel: Unternehmen müssen in einem ersten Schritt die relevanten strategischen Trends identifizieren, in mess- und steuerbare Größen überführen und schließlich in der finanziellen Berichterstattung berücksichtigen“, erläutert Armin Slotta, Leiter des Bereichs Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC. „Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung eines ‚Integrated Thinking‘, das großen Einfluss auf die strategische Ausrichtung und Unternehmenssteuerung ausüben wird.“

Bislang herrscht noch ein höchst unterschiedliches Verständnis von Integrated Reporting, wie die Befragung von Managern, Bankern und Analysten im Rahmen der Studie zeigt. Häufig werden Informationen zur sozialen und ökologischen Ausrichtung der Unternehmen lediglich als Ergänzung zur Finanzberichterstattung verstanden. Gleichwohl erwarten die befragten Experten das finanzielle und nicht-finanzielle Informationen auf Dauer zusammengefasst werden sollten. Als problematisch wird derzeit noch die sehr unterschiedliche Qualität der Daten gesehen – aufgrund fehlender Standards wählen die Unternehmen nach Belieben ihre eigenen Kennziffern aus. Zudem lassen sich bislang finanzielle Kennzahlen noch wesentlich schneller bereitstellen als Informationen über die sogenannten weichen Faktoren. Das führt in den Unternehmen auch zu strukturellen Veränderungen, denn bei Einführung einer integrierten Berichterstattung müssen Unternehmensbereiche zusammenarbeiten, die bislang eher nichts miteinander zu tun hatten. Genau an diesem Punkt drohen die meisten Schwierigkeiten – denn Nachhaltigkeitsberichte werden eher, im Sinne der Datenlage, als minderwertig angesehen. Meist bleiben dann einige erläuternde Seiten im Geschäftsbericht, der dann als integriert gelten soll. Dieser Weg, von der Ergänzung zur Verzahnung, ist und bleibt die Herausforderung, und zwar im Sinne einer strukturellen Änderung, an deren Ende die Berichterstattung steht. Helfen könnte die geplante Vorlage eines Standardentwurfs durch den Integrated Reporting Council (IIRC). Seit dem Herbst letzten Jahres liegt ein Diskussionspapier vor, an dessen Erarbeitung weltweit rund 60 Unternehmen mitgearbeitet haben. „Für die Glaubwürdigkeit eines Berichts können nur die Unternehmen selbst sorgen, indem sie die Auswahl der Berichtsthemen und -methoden transparent machen und begründen“, erläutert Michael Werner, Leiter des Bereichs Sustainability Services bei PwC. „Deshalb setzt sich das IIRC auch für ein flexibel anwendbares Rahmenwerk für die Berichterstattung ein, innerhalb dessen die Unternehmen Entscheidungsfreiheit für die jeweils relevanten Kennzahlen besitzen.“

Weitgehend einig sind sich die befragten Entscheider aus den Unternehmen darin, dass die Umstellung auf das Integrated Reporting vor allem von externen Stakeholdern verlangt und bisher weniger aus Eigeninitiative vorangetrieben wird. Die befragten Investoren und Analysten sind allerdings der Ansicht, dass sich zwischen den Unternehmen ein Wettbewerb um das „beste“ integrierte Reporting entwickeln könnte, um die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens dokumentieren zu können. Eine frühzeitige und überzeugende Umsetzung der integrierten Berichterstattung würde daher am Kapitalmarkt Wettbewerbsvorteile bringen.

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