Nachrichten

UN-Organisation einigt sich auf Richtlinien gegen Landraub

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hat sich auf Richtlinien gegen eine Ausbeutung der Agrarressourcen armer Länder geeinigt. Sie verabschiedete am Freitag in Rom Leitlinien zur verantwortungsvollen Nutzung von Landflächen, Wäldern und Fischereigründen. Menschenrechtsorganisationen begrüßten die Regeln und forderten deren rasche Umsetzung.

Rom (afp) – Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hat sich auf Richtlinien gegen eine Ausbeutung der Agrarressourcen armer Länder geeinigt. Sie verabschiedete am Freitag in Rom Leitlinien zur verantwortungsvollen Nutzung von Landflächen, Wäldern und Fischereigründen. Menschenrechtsorganisationen begrüßten die Regeln und forderten deren rasche Umsetzung.

FAO-Chef José Graziano Da Silva nannte die Vereinbarung „außerordentlich wichtig“. Sie sei jedoch „ein Ausgangs- und kein Zielpunkt“. Durch die von der FAO vorgesehene freiwillige Verpflichtung soll das sogenannte land grabbing eingedämmt werden, bei dem Firmen oder Regierungen in Entwicklungsländern Land kaufen oder pachten, um Lebensmittel für den Export zu produzieren. Damit wird häufig der örtlichen Landwirtschaft die Grundlage entzogen.

Die freiwilligen Richtlinien sind das Ergebnis dreijähriger Verhandlungen unter den FAO-Mitgliedsstaaten. Ziel sei es, „Versorgungssicherheit bei Nahrungsmitteln und nachhaltige Entwicklung“ zu fördern, „indem der Zugang zu Land, Fischgründen und Wäldern verbessert sowie die Rechte von Millionen, oft sehr armen Menschen geschützt werden“, erklärte die Organisation. Nach Angaben eines FAO-Sprechers wurden die Leitlinien per Akklamation angenommen.

Die Regelungen verlangen unter anderem von den Mitgliedsstaaten volle Transparenz beim Verkauf oder der Verpachtung von Land, die Konsultierung der örtlichen Bevölkerung und die Verteidigung der Rechte von Frauen auf Landbesitz. Zentral unter den 40-seitigen Leitlinien ist die Forderung, „legitimen Landbesitz gegen Drohungen und Rechtsverletzungen zu schützen“ und „effektive und zugängliche Mittel zu schaffen“, um Streitigkeiten um Landbesitz zu klären.

Die International Land Coalition, ein Bündnis von zivilgesellschaftlichen Gruppen, bezeichnete die Entscheidung als „einen bemerkenswerten Fortschritt hin zu einer auf den Menschen fokussierten Landverwaltung“. Die Menschenrechtsorganisation Oxfam sprach von einem „wichtigen Schritt hin zu einer gerechteren Welt frei von Hunger“. Die verabschiedeten Richtlinien müssten nun aber auch „dringend umgesetzt werden“.

„Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Tenure of Land, Fisheries and Forests in the Context of National Food Security” als PDF zum Download

Hinterlassen Sie einen Kommentar