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Der faire Handel zieht in Richtung Mainstream – GEPA differenziert sich mit fair+

Die Fair-Handelsorganisation GEPA verzeichnet im Geschäftsjahr 2011/12 ein Umsatzplus. Während die etwa 800 Weltläden und 4.000 Aktionsgruppen mit knapp 23 Millionen Euro etwa so viel erwirtschafteten wie im Vorjahr, gingen die Umsatzzuwächse vor allem auf den Vertrieb über den Lebensmittel- und Naturkosthandel zurück: Der legte um über 15 Prozent zu und erreichte rund 20 Millionen Euro.

Wuppertal (csr-news) – Die Fair-Handelsorganisation GEPA verzeichnet im Geschäftsjahr 2011/12 ein Umsatzplus. Während die etwa 800 Weltläden und 4.000 Aktionsgruppen mit knapp 23 Millionen Euro etwa so viel erwirtschafteten wie im Vorjahr, gingen die Umsatzzuwächse vor allem auf den Vertrieb über den Lebensmittel- und Naturkosthandel zurück: Der legte um über 15 Prozent zu und erreichte rund 20 Millionen Euro. Wie GEPA-Geschäftsführer Thomas Speck am 14. Mai vor der Presse berichtete, übertraf der Großhandelsumsatz der GEPA mit 61,5 Millionen Euro das Vorjahrsergebnis um etwa 5 Prozent.

Der zunehmende Vertrieb fairer Produkte über den Lebensmittelhandel werde von den etwa 100.000 ehrenamtlichen GEPA-Mitarbeitern überwiegend begrüßt, sagte Speck. Es gehöre zum Selbstverständnis der Weltläden, dass sie den fairen Handel in die Mitte der Gesellschaft tragen wollten. GEPA-Produkte würden jedoch nicht an Discounter geliefert, das vertrage sich nicht mit der Firmenphilosophie, so Speck weiter. Mit Umstrukturierungsmaßnahmen hatte die GEPA auf deutliche Preissteigerungen am Rohstoffmarkt reagiert, ihre Logistik gestrafft und die Zahl der Mitarbeiter reduziert. Die Weltläden hatten die Hauptlast der Veränderungen zu tragen. Angesichts dieser Situation sei der ausgeglichene Umsatz in diesem Segment ein Erfolg, sagte Speck. Aussagen über Gewinne und Verluste des im März zu Ende gegangenen Geschäftsjahres konnte Speck noch nicht treffen, einen Gewinn erwarte er angesichts der Umstrukturierungskosten jedoch nicht.

Fairer Kaffee aus Mexiko – faire Milch aus Bayern

Specks Geschäftsführer-Kollege Robin Roth sagte, für die Zukunft der GEPA entscheidend sei ein innovatives Produktangebot. Roth: „Wir müssen uns ständig entwickeln, damit wir in dem stark umkämpften Segment des fairen Handels überleben können.“ Auch Kunden erwarteten, dass sich der faire Handel auf neue Produktgruppen ausdehne. So führte die GEPA eine Schokolade mit fairer Bio-Milch aus Süddeutschland neu in den Markt ein. Hinter Kaffee ist Schokolade die zweitgrößte Produktgruppe im GEPA-Portfolio, das den Verbraucher in Zukunft stärker über die Herkunft der Produkte informieren soll. Dazu bietet die GEPA unter ihren „Ursprungskaffees“ beispielsweise den „Mexiko Pur“ an, dessen Bohnen ausnahmslos von der mexikanischen Genossenschaft San Fernando stammen. Für Roth ist es eine Aufgabe des fairen Handels, „dass wir Kunden näher zu den Produzenten bringen“.

Mehr als fair: fair+

Zudem will sich die GEPA mit einem neuen Emblem – dem „fair+“-Logo – von anderen Anbietern fairer Produkte differenzieren. „Es geht um mehr als Mindestkriterien einzuhalten“, sagte Roth dazu. „Man kann als Firma fair handeln.“ Die GEPA sei ständig bemüht, ihre Handelspartner optimal profitieren zu lassen. Als Beleg gilt den Geschäftsführer der Einkauf des Arabica-Kaffees: Anfang Mai lag der Preis für 100 amerikanische Pfund (45,36) kg Kaffeebohnen auf dem Weltmarkt bei 173 USD – für die Bohnen des GEPA Bio-Kaffee zahlte das Fair Trade-Unternehmen zur gleichen Zeit durchschnittlich 268 USD.

Hier lesen Sie die Kritik von Verbraucherschützern an der neuen GEPA-Strategie.

Die Kaffee-Genossenschaft San Fernando – Hier lesen Sie mehr über das Gespräch von CSR NEWS mit der Exportmanagerin Verónica López Castillejos.

Die GEPA im Internet: www.gepa.de

Foto (von links): GEPA-Geschäftsführer Thomas Speck und Robin Roth, Exportmanagerin Verónica López Castillejos