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Fairer Handel gibt jungen mexikanischen Kaffeebauern Zukunft

Junge Mexikaner zieht es vom Land in die großen Städte. Das gilt auch für die Kinder der knapp 1.000 Kaffeebauern, die sich im Osten des Landes zur Kaffeegenossenschaft San Fernando zusammengeschlossen haben. Etwa zwei Hektar sind die Farmen im Durchschnitt groß – und damit zu klein, um reich zu werden. Der faire Handel könne der Überalterung der ländlichen Bevölkerung entgegenwirken und junge Menschen überzeugen: „Es lohnt sich, auf dem Land der Eltern zu bleiben“, so die Kaffeemanagerin Verónica López Castillejos.

Wuppertal (csr-news) – Junge Mexikaner zieht es vom Land in die großen Städte. Das gilt auch für die Kinder der knapp 1.000 Kaffeebauern, die sich im Osten des Landes zur Kaffeegenossenschaft San Fernando zusammengeschlossen haben. Etwa zwei Hektar sind die Farmen im Durchschnitt groß – und damit zu klein, um reich zu werden. Die Arbeit geschieht überwiegend mit der Hand und mit Muskelkraft. „Die jungen Leute glauben, dass ihre Eltern die Zukunft nicht im Blick haben“, berichtete die Exportmanagerin der Genossenschaft, Verónica López Castillejos, am Rande ihres Besuchs bei der Fairhandelsorganisation GEPA gegenüber CSR NEWS. Der faire Handel könne der Überalterung der ländlichen Bevölkerung entgegenwirken und junge Menschen überzeugen: „Es lohnt sich, auf dem Land der Eltern zu bleiben“, so López. Denn der Kaffee brauche in Mexiko eine Zukunft: Nach dem Erdöl sei er das zweitwichtigste Exportprodukt des Landes.

Wie López weiter berichtete, werde sich die mexikanische Bevölkerung der Bedeutung eines nachhaltigen Wirtschaftens zunehmend bewusst. Nicht durch Aufklärungsprogramme, sondern durch mit dem Klimawandel verbundene Veränderungen, die im Norden Mexikos ganze Regionen unfruchtbar machen. Als Umweltthema stehe „Wasser“ ganz oben in der Diskussion.

Der faire Handel ermöglicht den Landwirten und ihrem Nachwuchs einen anspruchsvolleren, biologischen Kaffeeanbau, höhere Preise für die Bohnen und – Bildung. Denn San Fernando finanziert Weiterbildungsprogramme für Jugendliche: Stipendien etwa für weiterführende Schulen oder die Universität. Die Bauern profitieren von Kleinkrediten und Lebensversicherungen. Und ihre Genossenschaft entwickelt den biologischen Anbau weiter, modernisiert die Plantagen, baut Kompostanlagen und eine Saatgutproduktion auf, fördert den Gemüseanbau und errichtet eine Cafeteria für die Menschen am Ort.

Und sie kämpft für eine Gruppe ihrer Mitglieder, deren Farmen Teil eines Naturschutzgebietes geworden sind und die ihr Land aufgeben sollen. Weil ihre Eltern den Landerwerb im heutigen Nationalpark damals nicht ins Grundbuch eintragen ließen, sollen ihre Nachkommen in der Region Tierra Colorado heute ihre Farmen ohne angemessene Entschädigung räumen. Die GEPA unterstützt San Fernando in ihrem Engagement für diese Bauern, deren Felder darüber hinaus – so López – einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität in dem Naturpark leisten.

Die große Konkurrenz für San Fernando sind konventionelle Handelsvereinigungen und ihre transnationalen Partner. Doch sieht López die Zukunft positiv: „Immer mehr Bauern lassen sich vom fairen Handel überzeugen.“

Das GEPA-Portrait der Kaffeegenossenschaft San Fernando als PDF zum Download

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