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Wirtschaftswachstum in Afrika führt nicht zu Überwindung des Hungers

Nairobi (afp) – Auch ein rasantes Wirtschaftswachstum in Afrika hat bislang nicht zur Überwindung des Hungers auf dem Kontinent geführt. Auf diesen Missstand hat das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) am Dienstag hingewiesen. „Die beeindruckenden Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Afrika schlagen sich nicht in der Beseitigung von Hunger und Mangelernährung nieder“, sagte UNDP-Chefin Helen Clark bei der Vorstellung eines Entwicklungsberichts in Nairobi.

Die afrikanischen Volkswirtschaften verzeichneten dem Bericht zufolge in den Jahren 2004 bis 2008 ein durchschnittliches Wachstum von 6,5 Prozent. Als Folge der Wirtschaftskrise sank das Wachstum zwar 2009 vorübergehend auf durchschnittlich 2,7 Prozent, stieg aber 2010 wieder auf 5,4 an. 2011 lag das Wachstum dem Bericht zufolge bei 5,2 Prozent, für dieses Jahr wird mit einem Wachstum von 5,0 Prozent gerechnet.

Afrika sei seit einigen Jahren nach Asien „die zweitschnellste Region der Welt“ im Bereich Entwicklung, sagte der UNDP-Wirtschaftsexperte Sebastian Levine. Dennoch sei Afrika südlich der Sahara weiterhin „die Region auf der Welt, die am stärksten von Nahrungs-Unsicherheit betroffen“ sei. Clark verwies insbesondere auf die derzeitigen Hungerkrisen in der westafrikanischen Sahelzone und am Horn von Afrika.

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