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Verdi fordert von H&M mehr Engagement für Näherinnen in Bangladesch

Berlin (afp) – Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die schwedische Modekette H&M aufgefordert, sich stärker für die Sicherheit von Näherinnen in Bangladesch einzusetzen. H&M solle sich einem Programm des weltweit größten Bekleidungsunternehmens PVH anschließen, das sich aktiv für mehr Sicherheit der Textilarbeiter in dem asiatischen Land engagiere, erklärte Verdi am Dienstag in Berlin. Dass sich H&M als zweitgrößter Auftraggeber der Bekleidungsindustrie in Bangladesch an dem Programm nicht beteiligen wolle, sei ein „skandalöses und unverantwortliches Verhalten“, kritisierte Verdi.

Das Programm von PVH setze sich gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften für die Interessen der Textilarbeiter ein. Das Unternehmen PVH habe aber sowohl das Programm als auch dessen Finanzierung davon abhängig gemacht, dass sich mindestens drei weitere bekannte internationale Markenanbieter oder Einzelhandelsketten daran beteiligen, erklärte Verdi.

Zu den zentralen Aufgaben des Programms gehöre es, die Brandgefahr in den Textilfabriken einzudämmen, mehr Sicherheit in den Gebäuden herzustellen sowie Ausschüsse zum Gesundheitsschutz und zur Arbeitssicherheit einzurichten, erklärte der Verdi-Experte für die Textilbranche, Johann Rösch. Brände kommen in den Textilfabriken wegen Kurzschlüssen häufig vor.

In Bangladesch arbeiten rund drei Millionen Menschen in tausenden Textilfabriken, die meisten von ihnen Frauen. Wegen der extrem niedrigen Löhne lassen dort auch zahlreiche internationale Bekleidungsfirmen produzieren. Abnehmer im Westen sind neben H&M auch der Jeans-Hersteller Levi Strauss. Der Auslandsumsatz betrug im vergangenen Jahr 19 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro).