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Diversity Management: Unternehmen brauchen mehr Unterstützung der Kommunen

Mit 150 seiner weltweit 146.000 Mitarbeiter ist der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei Technologies in Bonn vertreten. 1.600 Mitarbeiter sind es insgesamt in Deutschland, viele davon in der benachbarten Westeuropazentrale in Düsseldorf. Für ein solches Unternehmen spielen Diversity Management und die Integration seiner Mitarbeiter eine große Rolle. Von deutschen Kommunen erhalten sie dabei zu wenig Unterstützung.

Bonn (csr-news) – Mit 150 seiner weltweit 146.000 Mitarbeiter ist der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei Technologies in Bonn vertreten. 1.600 Mitarbeiter sind es insgesamt in Deutschland, viele davon in der benachbarten Westeuropazentrale in Düsseldorf. Die Belegschaft ist international: 65 Prozent der Mitarbeiter bilden die Stammbelegschaft; sie kommen aus China, Deutschland und vielen anderen Ländern. Die verbleibenden 35 Prozent sind sogenannte Expatriates, für ein bestimmtes Projekt befristet nach Deutschland entsandte Experten. Für Unternehmen wie Huawei spielen Diversity Management und die Integration seiner Mitarbeiter eine große Rolle. Von deutschen Kommunen erhalten sie dabei zu wenig Unterstützung.

Beim „Bonner CSR-Frühstück“ am 16. Mai wies der Pressesprecher der IHK Bonn / Rhein-Sieg, Michael Pieck, auf das geringe Engagement der Stadt Bonn für die internationale Belegschaft eines Unternehmens wie Huawei hin. Gegenüber CSR NEWS konkretisierte er, dass selbst die als Standort von UN-Institutionen bekannte ehemalige Bundeshauptstadt das wirtschaftliche und kulturelle Potential internationaler Unternehmensmitarbeiter nicht ausschöpfe. Möglicherweise habe noch kein Vertreter der Bonner Wirtschaftsförderung die Firma Huawei besucht, sagte Pieck. Die in Düsseldorf tätige Human Resources-Managerin Jennifer Claßmann machte auch in der Landeshauptstadt Defizite aus. So sei es für internationale Mitarbeiter beschwerlich, wenn sie bei Behördengängen auf die Amtssprache Deutsch verwiesen würden und sich nicht in Englisch verständigen könnten, sagte Claßmann gegenüber CSR NEWS. Hilfreich wäre zudem ein größeres Angebot an Sprachkursen.

Für die multikulturellen Mitarbeiter von Huawei besitzt die Teamintegration eine besondere Bedeutung. Der Telekommunikationskonzern bietet seinen Mitarbeitern dazu interkulturelle Trainings und eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten an: darunter einen eigenen Leisure Club, Fitness-Programme, Reisen und eine Band. Mitarbeiter mit Personalverantwortung werden in Bezug auf ihre interkulturelle Kompetenz besonders geschult. Die kulturelle Integration sei auch wichtig, um Mitarbeiter längerfristig an einen Standort zu binden, sagte Claßmann. Sie müssten dabei etwa lernen: Wie integriere ich mich? Wie spreche ich eine Einladung aus? Wie kritisiere ich?

Für das in 140 Ländern tätige Unternehmen Huawei bildet Diversität ein zentrales Thema. Knapp 20 Prozent der Mitarbeiter des chinesischen Konzerns sind Ausländer, heißt es im CSR-Bericht 2010. In den Übersee-Standorten sei inzwischen eine Beschäftigungsquote von 72 Prozent einheimischer Mitarbeiter erreicht, so der CSR-Bericht des Folgejahres. Auch Führungspositionen würden gezielt mit ausländischen Fachkräften besetzt. Durch die Internationalität des chinesischen Konzerns habe auch dessen CSR-Verständnis viele Impulse erhalten, so Claßmann.

Der CSR-Bericht von Huawei 2011 als PDF zum Download

Foto: HR-Managerin Jennifer Claßmann