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Giftmüll aus indischem Bhopal wird womöglich in Deutschland entsorgt

Eschborn (afp) – Mehr als 27 Jahre nach dem schweren Chemieunglück im indischen Bhopal werden rund 350 Tonnen Giftmüll möglicherweise in Deutschland entsorgt. Die staatliche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) befindet sich darüber in Gesprächen mit der indischen Regierung, wie ein GIZ-Sprecher am Donnerstag in Eschborn sagte. Es liege aber noch kein Auftrag vor. Die indische Regierung sei auf die GIZ zugekommen.

Zu weiteren Details wollte sich der GIZ-Sprecher nicht äußern. Er verwies lediglich grundsätzlich darauf, dass die GIZ „vielfach“ bewiesen habe, dass sie Giftmüll sicher entsorgen könne.

Der Unfall in der Pestizidfabrik in Bhopal gilt als eine der schwersten Industriekatastrophen aller Zeiten. Aus der Fabrik waren in der Nacht zum 3. Dezember 1984 rund 40 Tonnen hochgiftiges Methylisocyanat (MIC) entwichen. Nach Angaben indischer Mediziner starben in den ersten Tagen bis zu 10.000 Menschen, rund 100.000 erlitten chronische Erkrankungen. Bis 1994 starben demnach rund 25.000 Menschen an den Folgen des Unglücks.

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