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FAQ: Wo steht die deutsche Entwicklungszusammenarbeit?

Dass sich politische Themen wie ein Pendel zwischen unterschiedlichen ideologischen Blöcken hin und her bewegen, ist nichts Neues, und leider gilt das auch für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Ein Kommentar von Achim Halfmann

Dass sich politische Themen wie ein Pendel zwischen unterschiedlichen ideologischen Blöcken hin und her bewegen, ist nichts Neues, und leider gilt das auch für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.

Ein Kommentar von Achim Halfmann

Entwicklungszusammenarbeit wohlgemerkt, denn Entwicklungshilfe war gestern. Heute begegnen wir unseren Partnern in Afrika, Lateinamerika und Asien auf Augenhöhe. Und wir bieten ihnen Entwicklungschancen durch Wirtschaftsförderung. Was nicht ganz uneigennützig ist. Entsprechend stand bei der Veranstaltung „Engagement fairbindet“ die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft im Vordergrund. Der Fokus dieser Veranstaltung lag dabei auf Afrika.

Wer diesen Kontinent kennt, der weiß, wie wichtig eine verstärkte wirtschaftliche Entwicklung für die Menschen dort ist. Da landen massenweise gut ausgebildete und motivierte junge Talente im Wortsinn auf der Straße. Afrika ist an den globalen Produktionsketten nur marginal beteiligt. Das muss sich ändern – auch durch das unternehmerische Engagement deutscher Firmen. Und es ist gut, dass die Zeiten einer Fundamentalopposition von NGOs gegenüber Unternehmen vorbei sind.

Die Wirtschaft kann und wird sich aber nur dort engagieren, wo es wirtschaftliche Perspektiven gibt. Und deshalb sind Unternehmensengagement und PPPs (Public Private Partnerships) keine gute Medizin für alle afrikanischen Staaten.

Folgerichtig standen Länder wie Somalia, das seit Jahren im Bürgerkrieg versinkt, oder die Dürregebiete Malis nicht im Blickpunkt der Bonner Veranstaltung. Dabei ist die humanitäre Not dort erdrückend und für Tausende geht es um Leben oder Tod.

Das wirtschaftliche Engagement im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit ist sehr wichtig und muss weiter an Bedeutung gewinnen. Der zuständige Ressortminister Dirk Niebel hinterlässt jedoch den Eindruck, auf dem anderen Auge nicht ganz so scharf zu sehen: Denn auch das politische und das charitave Engagement bleiben unersetzbar – insbesondere in den Regionen, in denen es auf absehbare Zeit nichts zu verdienen gibt.

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