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Rapex: Europäisches Warnsystem immer leistungsfähiger

Erstmals seit Einführung des europäischen Schnellwarnsystems zur Produktsicherheit ist die Zahl gefährlicher Produkte, die vom Markt genommen wurden, im vergangenen Jahr gesunken. Der zuständige EU-Kommissar John Dalli nannte das „eine gute Nachricht für die Verbraucher“. Die meisten Meldungen entfallen nach wie vor auf Produkte aus China, allerdings mit abnehmender Tendenz.

Brüssel (csr-news) > Erstmals seit Einführung des europäischen Schnellwarnsystems zur Produktsicherheit ist die Zahl gefährlicher Produkte, die vom Markt genommen wurden, im vergangenen Jahr gesunken. Der zuständige EU-Kommissar John Dalli nannte das „eine gute Nachricht für die Verbraucher“. Die meisten Meldungen entfallen nach wie vor auf Produkte aus China, allerdings mit abnehmender Tendenz.

Genau 1803-mal wurden im vergangenen Jahr gefährliche Produkte an das Schnellwarnsystem Rapex gemeldet, rund 20 Prozent weniger als noch im Jahr 2010. In den Jahren zuvor, seit Einführung des Systems im Jahr 2004, nahmen die Meldungen kontinuierlich zu. EU-Kommissar Dalli führt den Rückgang auf das immer leistungsfähiger werdende System zurück. Durch eine bessere Marktüberwachung und bessere Möglichkeiten Produktsicherheitsvorschriften durchzusetzen, wurden gefährliche Produkte frühzeitig entdeckt und konnten dadurch schneller vom europäischen Markt genommen werden bzw. wurden gar nicht erst eingeführt. Dalli: „Wir dürfen in unseren Anstrengungen jedoch nicht nachlassen, damit wir die Herausforderungen von globalen Lieferketten bewältigen und auf eventuelle neue Fragestellungen im Zusammenhang mit der Produktsicherheit umgehend reagieren können. Deshalb bleibt es ein vorrangiges Ziel, eine ‚lückenlose Überwachung‘ aufzubauen, indem die Zusammenarbeit hier in der EU und mit den internationalen Partnern gestärkt wird.“ Dalli will insbesondere die Zusammenarbeit mit den USA und China stärken und eine intensivere Zusammenarbeit mit der OECD erreichen. Vor allem Importe aus China machen bislang mit 54 Prozent den größten Teil der Rapex-Meldungen aus. Allerdings sind diese in den letzten Jahren rückläufig, unter anderem, weil es mittlerweile eine spezielle Meldekette zu chinesischen Behörden gibt. Inzwischen hat sich auch die Rückverfolgbarkeit zu den Produzenten in China deutlich verbessert. Dadurch lassen sich Korrekturen schon vor der Einfuhr in die EU vornehmen und somit die Meldungen weiter reduzieren. In 2011 wurde zudem auch vor vielen gefährlichen Gütern aus der Türkei gewarnt, 19 Prozent der Meldungen bezogen sich jedoch auf Produktionsstätten innerhalb der EU. Aus Deutschland wurden insgesamt 43 Artikel als gefährlich eingestuft.

Meist handelt es sich bei den beanstandeten Produkten um Textilien, gefolgt von Kinderspielzeug, Kraftfahrzeugen, Elektroartikeln und Kosmetika. Immer öfter kommen die Meldungen von den Zollbehörden, Ergebnis einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen nationalen Behörden in den Mitgliedsstaaten der EU. Insgesamt haben die EU-Mitglieder inzwischen gut 100 Millionen Euro in das Projekt investiert und rund 6000 Inspekteure mit der Durchsetzung von Produktsicherheitsvorschriften beschäftigt. Zudem gibt es laufende Überwachungsmaßnahmen, wie beispielsweise die für Spielzeug. Dreizehn Mitgliedstaaten beteiligten sich an einem Projekt zu gemeinsamen Durchsetzungsmaßnahmen für Spielzeug.

Das Ziel des Projektes war es, sicherzustellen, dass Spielzeuge für Kinder unter drei Jahren im Hinblick auf Kleinteile, Magnete und Schwermetalle sicher sind. Dazu wurden im vergangenen Jahr 1400 Anbieter kontrolliert und über 14.000 Spielzeuge einer Sichtkontrolle unterzogen, auf Kleinteile überprüft oder in Labortests auf Schwermetalle analysiert. Rund 35 Prozent der getesteten Spielwaren erfüllten nicht die Vorgaben in Bezug auf Kleinteile und ein Prozent musste aufgrund nicht bestandener Schwermetall-Tests vom Markt genommen werden. Für 2012 soll die lückenlose Überwachung weiter ausgebaut werden, dazu werden unter anderem auch die beteiligten Behörden weiter geschult. Zudem wollen EU-Kommissar Dalli und Vizepräsident Tajani in diesem Jahr ein Gesetzgebungspaket zur Produktsicherheit und Marktüberwachung vorstellen. Zusätzlich setzt Dalli auf Maßnahmen, um das Bewusstsein der Unternehmen für ihre Pflichten zu schärfen.

Rapex Jahresbericht 2011 zum Download.

Aktuelle Meldungen aus dem Rapex Schnellwarnsystem.

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