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Industrie fordert „professionelles Management“ der Energiewende

Berlin (afp) – Aus Sorge vor Versorgungsengpässen und steigenden Strompreisen dringt die deutsche Industrie auf ein „professionelles Management“ der Energiewende. „Es muss jetzt endlich vorangehen“, mahnte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am Montag in Berlin. Er gab drei Studien in Auftrag und will damit „Klarheit und Verlässlichkeit“ liefern, um negative Auswirkungen auf den Standort Deutschland zu vermeiden. Die Industrie nehme 45 Prozent des Stroms hierzulande ab, betonte der BDI.

Der Erfolg der Energiewende entscheide sich an Fragen der technischen Machbarkeit und an den Rahmenbedingungen, erklärte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel. Diese zu untersuchen, beauftragte der Verband die Deutsche Energie-Agentur (Dena) und das Energiewirtschaftliche Institut der Universität Köln (EWI), die einen „Stresstest“ der Elektrizitätsversorgung vorlegen sollen. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung soll eine Indikatorenstudie liefern, die Unternehmensberatung Boston Consulting Group die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen unter die Lupe nehmen.

Keitel erklärte, die Industrie wolle mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis ihr Wissen einbringen. Wenn die Energiewende gelinge, könne sie zu einem echten Exportschlager werden. Der Politik bot er den Dialog an. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) begrüßte dies als geeigneten Vorschlag auf dem Weg zu einem nationalen Konsens.