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Klimawende ohne Beteiligung der DAX Konzerne?

Die Ziele zur CO2-Reduzierung sind von der Politik klar vorgegeben und weite Teile der privaten Haushalte leisten ihren Beitrag um diese zu erreichen. Doch wie steht es um die Konzerne wollte das Humanistic Management Center wissen und beauftragte die Forschungseinrichtung adelphi mit einer Untersuchung. Ergebnis: Die DAX-30 Konzerne spielen bei der Energiewende nicht mit, doch es gibt Ausnahmen.

Berlin (csr-news) > Die Ziele zur CO2-Reduzierung sind von der Politik klar vorgegeben und weite Teile der privaten Haushalte leisten ihren Beitrag um diese zu erreichen. Doch wie steht es um die Konzerne wollte das Humanistic Management Center wissen und beauftragte die Forschungseinrichtung adelphi mit einer Untersuchung. Ergebnis: Die DAX-30 Konzerne spielen bei der Energiewende nicht mit, doch es gibt Ausnahmen.

Die überwiegende Mehrheit der DAX-30 Konzerne kann im für den Untersuchungszeitraum 2007-2010 weder eine konsistente Verringerung der CO2-Emissionen vorweisen, noch wird in nennenswertem Umfang Energie aus erneuerbaren Quellen bezogen. Die Kompensation von Treibhausgasemissionen findet kaum statt und von einer transparenten Berichterstattung sind die meisten Konzerne noch weit entfernt, einzelne sind gar nicht dazu bereit. Gerd Hofielen, Geschäftsführer des Humanistic Management Center: „Mit konsistenten Klima-Schutz-Strategien und einem koordinierten Vorgehen könnten die DAX-Konzerne eine deutlich positivere, richtunggebende Rolle bei der Energiewende spielen, das wäre ihrer gesellschaftlichen Bedeutung angemessen“.

Allerdings scheint das Thema Klimawandel bei der Mehrzahl der Konzerne angekommen, immerhin 25 der 30 im DAX enthaltenen Unternehmen veröffentlichten für das Geschäftsjahr 2010 Angaben zu klimarelevanten Emissionen. Auch wenn die Aussagekraft der Daten noch erheblich variiert, so ist zu beobachten, dass seit 2009 detailliertere und differenziertere Daten veröffentlicht werden. Einen vollständigen Bericht über ihre THG-Emissionen im Bezugsjahr 2010 liefern nur Allianz, BMW, die Deutsche Bank und Munich RE. Die Unternehmen, die keinerlei Emissionsdaten angeben, sind Fresenius SE, Fresenius Medical Care, Infineon und ThyssenKrupp. Die übrigen Konzerne veröffentlichen ihre Daten lediglich teilweise. Durch die mangelnde Transparenz erweist sich die Vergleichbarkeit als besonders schwierig. Für das Geschäftsjahr 2010 machen nur elf der 25 berichtenden Unternehmen eindeutige Angaben über ihre Berechnungsmethode, zudem beziehen sich neun der Unternehmen nur auf CO2-Emissionen. Als ebenso problematisch erweist sich der, für die Emissionsberechnungen, gezogene Rahmen. Während manche Unternehmen ausschließlich für ihre inländischen Standorte Daten erheben, machen andere dazu gar keine Angaben. Die Emissionen aus dem Bereich Scope 3 werden zudem äußerst unterschiedlich interpretiert, meist werden nur Mitarbeiterreisen betrachtet, die Zulieferkette findet kaum Berücksichtigung. So zeigt sich in der Summe eine eher unsystematische Umgangsweise mit der Berechnung von Treibhausgasemissionen. Eine führende oder gar vorbildliche Orientierung des gesamten Sektors ist nicht festzustellen; die wenigen positiven Ausnahmen belegen aber, dass ein konstruktives Klimaschutz-Verhalten in der marktwirtschaftlichen Wettbewerbsordnung möglich ist.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Zwar steigt die Nutzung insgesamt an, befindet sich aber noch auf einem niedrigen Niveau. Als Vorreiter fallen hier die Commerzbank (Anteil 90 %) und die Deutsche Telekom Anteil 55%) auf und etwas abgeschlagen dahinter SAP (Anteil 48 %) und die Deutsche Post (Anteil 37 %). Bei der Kompensation von Treibhausgasen fallen RWE und die Deutsche Bank als Vorreiter auf. Dies mag auch am stark umstrittenen Konzept der Kompensation liegen.

Reduzierung der THG-Emissionen (Scope1) für den Zeitraum 2008-2010

Eine Reduzierung der THG-Emissionen gelingt in großem Masse bei Allianz (-23%), Henkel (-28,8%), und MAN (-32,8%). Weitere Unternehmen, die im Betrachtungszeitraum ihre Emissionen reduzieren, sind Deutsche Bank (-2,2%), Siemens (-5,9%) und BASF (-7,2%). Unternehmen, die nur zu CO2 Reduktion etwas aussagen, sind Deutsche Post (-34,8%), Deutsche Telekom (-0,9%), Daimler (-9,2%), Bayer (-5,7%), Volkswagen (-7,8%), RWE (-4,2%) und HeidelbergCement (-11,1%). Damit verringern dreizehn der dreißig Konzerne die Emissionen, während die übrigen zwölf Konzerne vermehrt THG, zum Teil erheblich mehr, emittieren. Fünf Konzerne berichten gar nicht (Infineon, Fresenuis SE, Fresenius Medical Care, ThyssenKrupp) bzw. nicht vollständig (Beiersdorf).

Bezug der Studie über Humanistic Management Center.

 

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