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40 Prozent aller Fischfänge landen im Müll

Hamburg (csr-news) – 40 Prozent der weltweiten Fischfänge landen als sogenannter Beifang im Müll. Darauf weist der WWF anlässlich des heutigen „Tag der Weltmeere“ hin. „Beifang ist einer der größten Skandale in der Fischerei“, erklärt Heike Vesper, Fischerei-Expertin des WWF. „Allein in der Nordsee werden jedes Jahr etwa eine Million Tonnen Fisch und Meerestiere tot oder sterbend zurück ins Meer geworfen. Bei dieser Verschwendung geht auch die Zukunft der Fischerei über Bord.“ Etwa 90 Millionen Tonnen Fisch werden nach WWF-Angaben jährlich offiziell aus den Meeren geholt. Der WWF fordert deshalb die Einführung langfristiger Managementpläne für alle Fischbestände, eine Reduzierung der Beifänge und Rückwürfe auf ein Minimum. Die Bestände können sich nicht erholen, wenn ein Großteil der Jungfische als Müll im Meer endet und wichtige Lebensräume wie etwa Kinderstuben nicht geschützt werden. Die Naturschutzorganisation weist auch auf die Verantwortung der Verbraucher beim Fischkauf. Der „WWF-Einkaufsratgeber Fisch & Meeresfrüchte“ bietet anhand eines einfachen Ampelsystems, welche Fische unbedenklich gekauft werden können. Zudem empfiehlt der WWF den Kauf von nachhaltigen Fischprodukten, die mit dem MSC Siegel gekennzeichnet sind. Das Siegel steht derzeit selbst in der Diskussion: Knapp 30 Prozent der durch das Gütesiegel zertifizierten Fischprodukte stammen aus überfischten Beständen, stellten Fischereibiologen des GEOMAR I Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in einer Studie fest.

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