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Zum 31. Mal verliehen: HanseMerkur Preis für Kinderschutz

Er ist nach Auskunft seiner Stifter der älteste deutsche Sozialpreis und wurde heute in Berlin zum 31. Mal verliehen: der HanseMerkur Preis für Kinderschutz. Der Hauptpreis geht an das im Jahr 2000 gegründete Projekt Straßenkinder e.V. in Berlin. Mit der mobilen Straßenkinderarbeit erreicht die Initiative täglich rund 100 obdachlose junge Menschen an den einschlägigen Treffpunkten.

Berlin (csr-news) – Er ist nach Auskunft seiner Stifter der älteste deutsche Sozialpreis und wurde heute in Berlin zum 31. Mal verliehen: der HanseMerkur Preis für Kinderschutz. Die Auszeichnung wurde erstmals 1980 unter dem Motto „Sorge für Kinder ist Vorsorge für die Zukunft“ verliehen. Ausgezeichnet werden Personen, private Initiativen und Gruppen in Deutschland, die sich weitgehend ehrenamtlich und beispielhaft für Kinder und Jugendliche einsetzen – etwa in den Bereichen psycho-soziale oder medizinische Hilfe oder in der Prävention. Seit 1980 haben sich über 3.000 Projekte beworben und 129 Projekte wurden ausgezeichnet. Die Laudationes auf die diesjährigen Preisträger des mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Preises hielt der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers.

Der Hauptpreis geht an das im Jahr 2000 gegründete Projekt Straßenkinder e.V. in Berlin. Mit der mobilen Straßenkinderarbeit erreicht die Initiative täglich rund 100 obdachlose junge Menschen an den einschlägigen Treffpunkten der Hauptstadt, wo jedes vierte der schätzungsweise 9.000 Straßenkinder in Deutschland lebt. Schätzungen über die Zahl der Straßenkinder in Deutschland variieren erheblich. Nimmt man die „de facto“-Straßenkinder hinzu, die den Tag regelmäßig unbegleitet auf der Straße verbringen, ist ihre Zahl deutlich höher. Erfahrungen aus unterschiedlichen Initiativen zeigen, wie schwierig die Wiedereingliederung dieser Kinder und Jugendlichen ist. Ein großer Teil der betroffenen Mädchen verdient Geld mit der Prostitution, bei den Jungen ist Kriminalität als Einnahmequelle häufiger, aber auch bei ihnen spielt Prostitution eine Rolle. Das Berliner Projekt Straßenkinder arbeitet beziehungsorientiert und unterstützt die gesellschaftliche Reintegration als Mittler zwischen Eltern, Jugendamt und Polizei. Mitarbeiter des Vereins helfen bei Sozial- und Rechtsfragen, bei Ämtergängen, Wohnungssuche, schulischer Qualifikation und Ausbildungsplatzsuche. Im Kinder- und Jugendhaus BOLLE in Berlin-Marzahn bietet der Verein Hausaufgabenbetreuung, Kreativ- und Sportangebote musik-, theater- und erlebnispädagogische Projekte und eine warme Mahlzeit.

Drei weitere Projekte wurden in diesem Jahr mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet: die KulturTransferHamburg gGmbH, der Berliner Verein DermaKIDS und der Bürgerschaftliche Gemeinschaftsgarten Fürstenwalde.

Kinder- und Jugendprojekte können sich bereits jetzt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2012 bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August 2012.

Weitere Informationen im Internet:
www.hansemerkur.de/kinderschutzpreis

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