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Telekom-Chef Obermann der verständlichste Dax-Chef

Hohenheim (afp) – Telekom-Chef René Obermann drückt sich unter allen 30 Dax-Chefs am verständlichsten aus. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität Hohenheim, deren Resultate die Uni am Freitag veröffentlichte. Auf einer Skala von „0“ für „so verständlich wie eine Doktorarbeit“ bis „10“ für „so verständlich wie Radio-Nachrichten“ erreichte Obermann mit seiner jüngsten Rede zur Jahreshauptversammlung demnach 7,2 Punkte. Auf ihn folgten BMW-Chef Norbert Reithofer (6,5) und der Vorstandsvorsitzende des Chipherstellers Infineon, Peter Bauer (5,9).

Am unverständlichsten drückten sich den Angaben zufolge derweil der Vorstandschef der Linde AG, Wolfgang Reitzle (1,0), Fresenius-Chef Ulf Schneider (1,1) und der neue Metro-Vorstandschef Olaf Koch (1,3) aus.

Zu dem Ergebnis kamen die Wissenschaftler durch ihren sogenannten „Verständlichkeitscheck“. Dabei analysierten sie die Vorstandsreden der Jahreshauptversammlungen der Dax-Unternehmen. Sie überprüften dabei unter anderem den Abstraktheitsgrad, den Fremdwortanteil, die Satzkomplexität und die Kompaktheit der Reden. Daraus ergaben sich der Verständlichkeitsindex.

„Die Verständlichkeit vieler Spitzenmanager lässt sehr zu wünschen übrig“, fasst Frank Brettschneider, Hohenheimer Professor für Kommunikationstheorie, die Ergebnisse zusammen. Die Jahreshauptversammlung sei für einen Konzernchef eigentlich „eine gute Gelegenheit, seine Botschaften öffentlichkeitswirksam zu platzieren“. Diese Chance werde aber nur selten genutzt.

Die meisten Vorstandschefs denken nach Auffassung des Wissenschaftlers bei ihren Reden vor allem an Analysten und Wirtschaftsjournalisten. Dabei würden sie vergessen, „dass sie auch in die breite Öffentlichkeit wirken können und legen deshalb viel zu wenig Wert auf kurze Sätze und gebräuchliche Wörter“.

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CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.

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