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Deutschland im Ringen um Fischereireform für Verbot von Rückwurf

Berlin/Brüssel (afp) – Im Ringen um die Reform der europäischen Fischerei-Regeln hat sich Deutschland klar für ein Verbot des Rückwurfs von sogenanntem unerwünschten Beifang ins Meer ausgesprochen. „Dringend“ nötig sei „ein modernes Fischereimanagement, um unerwünschte Beifänge so weit wie möglich zu vermeiden und Rückwürfe zu verbieten“, erklärte Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Montag in Berlin. Es geht um Fische, die den Fischern unabsichtlich ins Netz gehen; bislang können sie wieder zurück ins Meer gekippt werden, wo sie oft verenden.

Am Dienstag und Mittwoch treffen sich die EU-Fischereiminister in Luxemburg, um eine gemeinsame Position zur Reform zu finden. Aigner will dabei den von der EU-Kommission eingeschlagenen Kurs unterstützen, hieß es in der Mitteilung. Europas Fischereipolitik brauche einen „grundlegenden Kurswechsel“. Die griechische Fischereikommissarin Maria Damanaki hatte die Reform angestoßen, um die Überfischung der Meere in den Griff zu bekommen. Vor allem will sie, dass die den Fischern erlaubten Fangquoten sich strikter an wissenschaftlichen Vorgaben orientieren, was den Beständen noch zuzumuten ist, damit diese langfristig überleben.

Sechs Umweltverbände, darunter Greenpeace und der WWF, kritisierten vergangene Woche aber, dass nach derzeitigem Verhandlungsstand die EU-Staaten die Vorschläge der Kommission viel zu stark aufgeweicht hätten. Das Europaparlament, das über die Reform mitentscheidet, solle den „unverantwortlichen“ Plan der Minister komplett zurückweisen, erklärten sie.

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CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.

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