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Schwere Ausschreitungen bei Textilarbeiter-Protesten in Bangladesch

Dhaka (afp) – Bei Protesten von tausenden Textilarbeitern in Bangladesch ist es am Dienstag zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Einige Demonstranten hätten im Bezirk Ashulia nahe der Hauptstadt Dhaka Fabriken verwüstet und mit Steinen geworfen, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei setzte Tränengas und Plastikgeschosse ein. Dabei seien zahlreiche Menschen verletzt worden, darunter 15 Polizisten. Insgesamt hätten sich mehrere zehntausend Arbeiter an den Protesten beteiligt. Mehr als 300 Fabriken mussten laut Polizei geschlossen worden.

Die Textilarbeiter forderten höhere Löhne, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu kompensieren. In Bangladesch werden nach Angaben von Aktivisten die niedrigsten Löhne in der Textilbranche gezahlt. Demnach verdienen Textilarbeiter einen Mindestlohn von etwa 3.000 Taka (rund 29 Euro) im Monat, arbeiten jedoch häufig zehn bis 16 Stunden pro Tag.

In der Textilindustrie von Bangladesch sind rund drei Millionen Menschen tätig. Mit mehr als 5.000 Fabriken und einem Auslandsumsatz von 19 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro) im Jahr 2011 ist Bangladesch der zweitgrößte Textilexporteur der Welt.

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