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Australien plant weltgrößtes Meeresschutzgebiet: Fischer protestieren

Sydney (AFP) – Australien will vor seinen Küsten das weltweit größte Meeresschutzgebiet schaffen. Statt derzeit 27 einzelnen Schutzgebieten solle es künftig ein ganzes Netzwerk von insgesamt 60 Schutzzonen geben, das sich über 3,1 Millionen Quadratkilometer erstreckt, kündigte die Regierung am Donnerstag an. Dadurch sollten unter anderem seltene Tiere wie der Dugong, der Sandtigerhai, der Blauwal und die Suppenschildkröte besser geschützt werden.

„Dieses neue Netzwerk von Meeresschutzgebieten wird helfen, Australiens vielfältige Meeresumwelt und das Leben darin gesund, produktiv und belastbar zu erhalten“, sagte Umweltminister Tony Burke. Das geplante Netzwerk umfasst rund ein Drittel des australischen Meeresgebiets. In den Schutzzonen soll es rigorose Einschränkungen geben, vielerorts wird sowohl professionelles Fischen als auch Freizeitangeln verboten, die Suche nach Erdöl und Erdgas beziehungsweise deren Förderung wird untersagt oder eingeschränkt.

Heftige Kritik kam von der Australischen Meeres-Allianz, der kommerzielle und Freizeitfischer angehören. Die neuen Schutzgebiete würden etwa 36.000 Jobs vernichten und viele Küstengemeinden in den Ruin treiben, warnte sie. Große Fischerei-Unternehmen würden ihre Arbeit einstellen müssen, im Gegenzug würden die Preise für Fisch steigen, weil dieser mehr importiert werden müsse. Angesichts dieser Kritik hat die Regierung bereits Ausfallzahlungen in Aussicht gestellt.

Die Umweltschutzorganisation Australian Conservation Foundation begrüßte dagegen die Initiative als „historische Errungenschaft“. Zugleich äußerte sie Bedenken darüber, dass auch mit den neuen Plänen Meeresgebiete im Nordwesten des Landes nicht vor der Öl- und Gasförderung geschützt würden. Der Vorstellung der Pläne am Donnerstag erfolgte kurz vor Beginn des UN-Nachhaltigkeitsgipfels in Rio de Janeiro. Ihr waren jahrelange Konsultationen vorausgegangen. Die Umsetzung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

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