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Sedex: Ethische Standards in der Lieferkette

Die Bewertung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette gehört zu den großen Herausforderungen der CSR-Abteilungen, vor allem wenn es sich um ein globales Netz an Zulieferern handelt. Ein wichtiger Ansatz ist der Austausch verlässlicher Informationen, wie sie die britische Non-Profit-Organisation Sedex bietet. Seit ihrer Gründung 2004 haben sich inzwischen 25.000 Mitglieder registriert.

London (csr-news) > Die Bewertung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette gehört zu den großen Herausforderungen der CSR-Abteilungen, vor allem wenn es sich um ein globales Netz an Zulieferern handelt. Ein wichtiger Ansatz ist der Austausch verlässlicher Informationen, wie sie die britische Non-Profit-Organisation Sedex bietet. Seit ihrer Gründung 2004 haben sich inzwischen 25.000 Mitglieder registriert.

Alleine in den letzen Monaten haben sich mehr als tausend Unternehmen entschlossen, der Plattform beizutreten. Carmel Giblin, Sedex General Manager: „Wir freuen uns, dass immer mehr Unternehmen die Vorteile unseres kollaborativen Modells erkennen und wir mit 25.000 Mitgliedern einen wichtigen Meilenstein erreicht haben“. Sedex ist ein Online-Supply-Chain-Management-Tool und hilft Unternehmen die ethischen Risiken in ihren globalen Lieferketten zu identifizieren und zu managen. Der Kern ist eine Datenbank, in der Mitglieder ihre Angaben zu Arbeitsnormen, Gesundheits- und Sicherheitsstandards sowie ihren Umweltschutzprogrammen machen können. Ziel ist einerseits die Reduzierung mehrfach durchgeführter aufwendiger Audits, aber es sollen auch internationale Arbeitsstandards verbessert werden. Unternehmen mit einem weitverzweigten Lieferantennetz haben so die Möglichkeit Zulieferer zu bewerten, deren persönliche Überprüfung kaum möglich bzw. sehr aufwendig wäre. Dabei ist Sedex kein eigener Standard oder gibt bestehenden Standards einen Vorzug, vielmehr werden ausschließlich die Daten der Mitglieder gesammelt und gespeichert. Dies können Angaben zu den ILO-Konventionen, dem ETI Base Code, den Normen SA8000 oder ISO 14001 sein, aber auch zu branchenspezifischen Verhaltenskodizes. Allerdings werden die Informationen von Sedex nicht überprüft. Die Mitglieder sind per Regelwerk zu wahrheitsgemäßen Angaben verpflichtet, wer auf Nummer sicher gehen will, dem wird die Validierung der Daten durch unabhängige Auditoren empfohlen. Die Mitgliedschaft bedeutet also nicht die Einhaltung aller ethischen und sozialen Standards, sie bedeutet aber die Verpflichtung, die bestehenden Arbeitsbedingungen kontinuierlich zu verbessern.

Sedex bietet drei Arten von Mitgliedschaft an, die abhängig von der eigenen Position in der Lieferkette sind. Die einfache Mitgliedschaft eignet sich für NGOS und staatliche Organisationen, eine weiter ist für Verarbeiter, Produzenten und Importeure interessant, die einerseits ihre eigenen Standards veröffentlichen wollen, andererseits aber auch Zugriff auf Daten anderer Zulieferer brauchen. Eine weitere Mitgliedschaft ist für kleinere Liefernetzwerke geeignet, die ihre eigenen Angaben veröffentlichen wollen. Gegründet wurde die Organisation von britischen Handelsunternehmen, steht aber Mitgliedern aus allen Branchen offen. Inzwischen sind Firmen aus über 20 Wirtschaftszweigen beteiligt, die zum großen Teil aus dem produzierenden Gewerbe, der Verpackungsindustrie und dem Bekleidungssektor kommen. Auch wenn die Mitgliedsbetriebe in der ganzen Welt ansässig sind, inzwischen in mehr als 150 Ländern, so liegt der Schwerpunkt in Europa und Asien. Mit großem Abstand liegt China mit 1865 Mitgliedern an der Spitze gefolgt von Großbritannien mit 657 beteiligten Unternehmen. Im April ist Sedex dem UN Global Compact beigetreten. Weitere Informationen hält die Website der Organisation bereit.

 

 

About the author

CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.

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