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Eine Zahl als Maßstab textiler Nachhaltigkeit: der Sustainable Apparel Index

Mit der industriegetriebenen Multi-Stakeholder-Initiative „Sustainable Apparel Coalition“ wollen Hersteller und Händler von Textilien und Schuhen Herausforderungen ihrer Zulieferketten begegnen. Aus Deutschland ist die Otto-Group von Anfang an in der Initiative vertreten. Deren Corporate Responsibility-Manager, Andreas Streubig, berichtete gegenüber CSR NEWS von den Arbeitsweisen und Zielen der SAC.

Hamburg (csr-news) – Mit der industriegetriebenen Multi-Stakeholder-Initiative „Sustainable Apparel Coalition“ wollen Hersteller und Händler von Textilien und Schuhen Herausforderungen ihrer Zulieferketten begegnen. Die darin zusammengeschlossenen Unternehmen zeichnen für über ein Drittel des weltweiten Branchenumsatzes verantwortlich. Aus Deutschland ist die Otto-Group von Anfang an in der Initiative vertreten. Deren Corporate Responsibility-Manager, Andreas Streubig, berichtete gegenüber CSR NEWS von den Arbeitsweisen und Zielen der SAC.

Die Idee zu der „Sustainable Apparel Coalition“ (SAC) entstand vor drei Jahren in einem Gespräch zwischen den CEOs der US-amerikanischen Einzelhandelskette Wal-Mart und des Outdoor-Spezialisten Patagonia, im Jahr 2010 nahm die Initiative ihre Tätigkeit auf. Die SAC trägt sich aus den Beiträgen und durch das Engagement ihrer Mitgliedsorganisationen, deren Mitarbeiter in Arbeitsgruppen zu Themen wie ökologische oder soziale Verantwortung, Kommunikation oder Aufbau der Systemplattform kooperieren. Zu den Mitgliedern der Initiative gehören neben den Unternehmen einzelne Umweltinitiativen wie der Environmental Defense Fund und wissenschaftliche Institutionen wie die Universität Utrecht.

Die SAC zielt auf die Entwicklung eines Sustainable Apparel Index, der alle nachhaltigkeitsrelevanten Kriterien eines Produktes erfasst und dessen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft während Produktion, Nutzung und bei der Entsorgung bewertet. „Am Ende dieses Prozesses steht für jedes Produkt eine Zahl, die alle nachhaltigkeitsrelevanten Felder abbildet“, so Streubig. Ein Produkt mit dem Index 30 gilt dann als umwelt- und sozialbelastender als ein anderes mit dem Indexwert 20. Vor kurzem wurde die Erprobung eines Prototyps abgeschlossen und im Juli soll die Version 1.0 des Index freigegeben werden.

Der Sustainable Apparel Index dient den beteiligten Unternehmen zuerst für die interne Steuerung. Streubig: „Er hilft zu erkennen, wo die Hotspots liegen.“ So zeigt sich bereits, dass die Wahl des Rohmaterials einen großen Einfluss auf den Index ausübt. Recycelte oder ausschließlich organisch angebaute Materialien verbessern das Ergebnis deutlich. „Relevant wird der Index mit seiner Integration in das Kerngeschäft der Unternehmen“, sagte Streubig. Das geschieht, wenn Handelsunternehmen wie die Otto Group ihn den Einkaufsentscheidungen zugrunde legen oder Hersteller wie adidas oder Nike ihn bei der Produktentwicklung anwenden.

Wenn sich der Sustainable Apparel Index sowohl in den Unternehmen als auch der externen Auseinandersetzung bewährt hat und seine Entwicklung weitestgehend abgeschlossen ist, könnten seine Ergebnisse auch in der Kundenkommunikation genutzt werden. Dann findet der potentielle Käufer eines T-Shirts eine entsprechende Index-Zahl am Produkt-Etikett und kann damit dessen Nachhaltigkeitsperformance bei seiner Kaufentscheidung berücksichtigen. Bis es soweit ist, werden aber noch Jahre vergehen, schätzt Streubig.

Die Sustainable Apparel Coalition im Internet:
www.apparelcoalition.org

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