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UN-Generalsekretär Ban trifft Umweltaktivisten bei Rio+20-Gipfel

Rio de Janeiro (afp) – Am letzten Tag des UN-Nachhaltigkeitsgipfels Rio+20 im brasilianischen Rio de Janeiro hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon 36 Umweltaktivisten getroffen. In einem 30-minütigen Gespräch kritisierten diese am Freitag „frustrierende“ Ergebnisse des Treffens. Ban solle mehr Dialog ermöglichen, sagte die brasilianische Aktivistin Iara Pietricovsky.

Das Dokument drücke nicht das aus, was die Menschen auf der Welt sich wünschten. Rio sei leider eine „frustrierende Erfahrung“ gewesen, sagte Pietricovsky. Ban entgegnete, dass die Türen der Vereinten Nationen offen stünden. Zivile Gruppen spielten eine Schlüsselrolle in dem Prozess, und mehrere Gruppen seien tragende Säulen des Gipfels gewesen.

Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP), der gemeinsam mit Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) die Verhandlungen für Deutschland führte, bezeichnete die Einigung von Rio als „Arbeitsauftrag“. Vieles müsse konkretisiert und in handlungsorientierte Maßnahmen übersetzt werden, teilte er mit. Dies gelte insbesondere für den Prozess, die UN-Millenniumsziele nach dem Jahr 2015 um Nachhaltigkeitsziele zu ergänzen.

Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) bezeichnete die Vereinbarungen als „schwach“. Dieser Gipfel habe „uns nicht wirklich vorangebracht“, sagte er der „Sächsischen Zeitung“ vom Samstag. „Man muss es schon als Erfolg ansehen, dass es kein Rückschritt ist“, sagte Töpfer, der im Jahr 1992 die deutsche Delegation beim Rio-Umweltgipfel der Vereinten Nationen geleitet hatte.

Der UN-Gipfel in Rio tagte von Mittwoch bis Freitag. Das Treffen wurde von Protesten von Umweltgruppen begleitet, die einen radikalen Umbau der Weltwirtschaft forderten und die Abschlusserklärung als zahnlos kritisierten.