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Viele Schritte zum großen Ziel: CR bei SanLucar

Früchte und Gemüse in Premium-Qualität: Dafür steht die Marke SanLucar. Die internationale Unternehmensgruppe, deren Zentrale mit 150 Mitarbeitern im spanischen Valencia sitzt, arbeitet in 30 Ländern der Welt. Das Vertrauen der Verbraucher ist SanLucar wichtig und ein Grund dafür, dass sich der Mittelständler besonders umfassend seiner gesellschaftlichen Verantwortung stellt. Mit Delia Garcia, Corporate Responsibility Manager, und Nancy Daiss, CR Project Developer von SanLucar, sprach Achim Halfmann für das CSR MAGAZIN.

CSR NEWS: Frau Garcia, wann hat SanLucar das Thema CR zu managen begonnen?

Delia Garcia: 2010 haben wir bei SanLucar dem Thema Unternehmensverantwortung einen starken Schub gegeben. Wir haben eine Abteilung geschaffen, die speziell dafür da ist, alle sozialen Engagements und Nachhaltigkeitsprojekte voranzutreiben und neue zu entwickeln. Gesellschaftliche Verantwortung gab es bereits seit Gründung des Unternehmens 1993, denn die Natur ist kein Selbstbedienungsladen. Unser 2010 erstellter CR-Bericht bestätigt dies. SanLucar hat einen ganzheitlichen Ansatz. Die Menschen in SanLucar haben verstanden, dass man nur beste Qualität ernten kann, wenn man die Natur respektiert, und die Menschen, die für die Marke arbeiten, mit Leidenschaft bei der Sache sind. Daraus ist eine Firmenphilosophie entstanden, die von allen SanLucar Mitarbeitern gelebt und weiter gegeben wird.

Der Gründer Stephan Rötzer hat zu Beginn unserer Arbeit großen Wert auf eine gründliche Analyse gelegt. Denn je besser die Analyse, umso höher die Chancen auf Erfolg. Dabei wurde in mehreren Schritten vorgegangen: Begonnen wurde damit, die CR-relevanten Bereiche in der gesamten Prozesskette zu identifizieren. Danach wurden die strategischen CR-Ziele des Unternehmens festgelegt und daraus – nah am Kerngeschäft – die laufenden Projekte abgeleitet. Weitere Schritte waren eine Chancen- und Risikenanalyse, die Priorisierung unserer Stakeholder und eine Bestandsaufnahme unserer Ressourcen.

Wichtig für SanLucar sind langjährige Partnerschaften: Sie sorgen dafür, dass wir offen und ehrlich miteinander sprechen können und eine SanLucar Community entsteht, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Mensch und Natur bewusst ist. Um in diesem Bereich gut beraten zu sein, sind wir Mitglied bei der Bundesinitiative UPJ. Denn im Dialog mit Experten wie UPJ und anderen Unternehmen lernen wir dazu.

Nur wer gern arbeitet und sich weiterentwickeln kann, ist mit Leidenschaft dabei. Damit alle SanLucar Mitarbeiter ihr Potenzial voll ausschöpfen können, fördern wir ihre Fähigkeiten, sorgen für einen hohen Motivationsgrad und volle Leistungsfähigkeit. Die Personalpolitik besteht darin, gut ausgebildete Mitarbeiter mit hohem Kenntnisstand zu beschäftigen, die darauf vorbereitet sind, Verantwortung zu tragen und neue Herausforderungen anzunehmen.

Frau Daiss, der Stakeholderdialog ist ein Element Ihrer CSR-Strategie. Wie gehen Sie diesen Dialog an?

Nancy Daiss: Wir nutzen für den Informationsaustausch in Echtzeit mit unseren Stakeholdern ein Partnerportal im Internet. Nur so kann die Kommunikation innerhalb unserer Wertschöpfungskette vereinfacht und professionalisiert werden. Innerhalb der SanLucar Community entstehen so Projekte, die jeden einzelnen Partner für CR sensibilisieren, aktiv und transparent einbinden, und deren Ressourcen und Kapazitäten optimal geplant werden können. Daraus ist zum Beispiel ein Corporate Volunteering-Projekt mit einem unserer Meisteranbauer, der Firma Llusar aus Valencia, entstanden. In diesem Projekt haben wir 16 Frauen eine Schulung in der Selektion von Zitrusfrüchten ermöglicht – mit anschließendem Bewerbungstraining. Die Frauen, die daran teilnahmen, haben aus unterschiedlichen Gründen einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt. Am Ende der Schulung bekamen sie ein offizielles Zertifikat ausgestellt. Mitarbeiter von SanLucar haben sich ehrenamtlich in diesem Projekt engagiert. Insgesamt haben in zwölf Monaten mehr als dreißig Mitarbeiter an den Corporate Volunteering-Programmen unseres Unternehmens teilgenommen und können nun ihr Wissen unmittelbar weiter geben.

SanLucar ist weltweit tätig. Wie bringt man ein Verständnis für CR in unterschiedliche Kulturen?

Delia Garcia: Diese Vielfalt schafft vor allem Möglichkeiten und ist eine Quelle für Kreativität und Innovation. Dank unserer Vielfalt interagieren wir miteinander und interessieren uns füreinander. Wir sehen neue Herausforderungen im Unbekannten. Aus diesem Miteinander hat sich die Position des SanLucar CR-Botschafters entwickelt: Das sind regional verwurzelte Kollegen, die die Werte von SanLucar kennen, leben und weitergeben. Ihre Aufgabe ist es, die lokalen Bedürfnisse zu kennen und diese in Projekte gemeinsam mit dem Team umzusetzen.

SanLucar legt Wert auf die berufliche und persönliche Entwicklung seiner Mitarbeiter und fördert den internationalen Austausch. Stipendien in Anbauländern ermöglichen den SanLucanern, Neues kennenzulernen. In diesem Jahr wurden zum Beispiel soziale Projekte in Chile und Südafrika intern ausgeschrieben. Vier Kollegen werden die Möglichkeit erhalten, sich dort in sozialen Projekten zu engagieren.

Sie sind auch in Nordafrika tätig, in Tunesien. Wie erleben Sie den Arabischen Frühling?

Nancy Daiss: Auf unsere Produktion in Tunesien hat der Arabische Frühling kaum Auswirkungen. Im ländlichen Umfeld unserer Niederlassung ist es ruhig geblieben. SanLucar hat seine Mitarbeiter in dieser Zeit mit flexiblen Arbeitszeiten und anderen Maßnahmen unterstützt, um ihnen zu zeigen, dass wir in SanLucar ein Team sind. Unser gesellschaftliches Engagement konzentriert sich derzeit auf unsere Mitarbeiter und deren Familien: auf faire Löhne und darauf, dass Eltern das Schulgeld für ihre Kinder bezahlen können. Natürlich fragen wir uns auch: Was benötigt die lokale Bevölkerung? Welchen Beitrag können wir als Unternehmen leisten? Wir setzen auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Region, sprechen erst mit den SanLucar CR-Botschaftern, um sie von Anfang an in unsere globalen Gedanken einzubinden. Unser Engagement in Tunesien wurde aktuell mit dem FIPA Awards 2012 ausgezeichnet. Die Auszeichnung honoriert unser Mitarbeiterengagement und unsere Investitionen auch in schwierigen Momenten des Landes.

Was werden die nächsten Schritte in Sachen CR bei SanLucar sein?

Delia Garcia: Gemeinsam mit UPJ arbeiten wir an einer Strategie, wie wir die SanLucar Community noch mehr in CR-Projekte involvieren können. Wir erstellen zudem den nächsten CR-Bericht 2011/2012, der sich an den GRI-Kriterien orientieren wird. Das tägliche Ziel von SanLucar ist es, das Ideal, das sich hinter jedem Produkt von SanLucar verbirgt, mit besonderer Sorgfalt gedeihen zu lassen. Bei allem, was wir tun, sind wir mit Herz und Seele dabei, und so schmecken SanLucar Produkte auch.

Vielen Dank für das Gespräch!

Der Verantwortungsbericht von SanLucar als PDF

Foto: Nancy Daiss (links) und Delia Garcia

About the author

CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.