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GIZ bewertet Fusion von Entwicklungsorganisationen als „Erfolg“

Berlin (afp) – Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat ihre Entstehung aus drei Entwicklungorganisationen als „Erfolg“ bezeichnet. Das Geschäftsvolumen der GIZ sei mit mehr als zwei Milliarden Euro im Jahr 2011 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, sagte der scheidende Vorstandssprecher Bernd Eisenblätter am Dienstag bei der Vorstellung des ersten GIZ-Jahresberichts in Berlin.

Das Geschäftsvolumen sei „höher als geplant und für die GIZ ein neuer Höchstwert“, sagte Eisenblätter. Die Entwicklungszusammenarbeit sei mit der GIZ „effizienter“, Doppelstrukturen seien abgebaut worden. Für den Vergleich des Geschäftsvolumens wurden die Vorjahreszahlen der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) und der Weiterbildungsgesellschaft Inwent zusammengerechnet. Diese drei Organisationen waren zum 1. Januar 2011 zur GIZ verschmolzen. Die Fusion war eines der wichtigsten Vorhaben von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP).

„Auch wenn wir noch nicht am Ende des Prozesses sind: Die Fusion hat sich gelohnt“, sagte Eisenblätter, der am 1. Juli von der früheren baden-württembergischen Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner (CDU) abgelöst wird. Der neue Vorstand besteht zu 40 Prozent aus Frauen. Nach der Fusion hatte es intern Kritik gegeben, dass der Vorstand der neuen Organisation zunächst ausschließlich aus sieben Männern bestand.

BMZ-Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz sagte, durch die Fusion habe die GIZ „eine größere Schlagkraft und Wirksamkeit“ bekommen. Künftig solle sie noch stärker im Bereich Aus- und Fortbildung aktiv sein und weniger Großprojekte fördern. Beerfeltz verwies zudem auf den kürzlich vom BMZ eingeführten „Menschenrechts-TÜV“, der die Vergabe von deutschen Steuergeldern an die Einhaltung von Menschenrechten knüpft.

Eisenblätter nannte die althergebrachte Form der Entwicklungszusammenarbeit „im Sinne von ‚aid‘ (Hilfe)“ ein „Auslaufmodell“. Es gebe neue, mächtige Akteure in der Welt, auch die Partnerländer hätten mehr Selbstbewusstsein. „Es ist auch legitim, die deutschen Interessen einzubringen“, fügte Eisenblätter hinzu. Er verwies auf zahlreiche Kooperationen mit der deutschen Privatwirtschaft.

So war die bayerische Firma Gehrlicher Solar am Bau der Solarpanels für Lateinamerikas erstes Fußballstadion mit Solarbetrieb in Brasilien beteiligt. BASF ist in Zusammenarbeit mit der GIZ in der Lebensmittelanreicherung aktiv, TUI engagiert sich in der Tourismuswirtschaft und Daimler bildet Mechatroniker in China aus.

Einer der Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit soll auch künftig die Bildung sein. Vor allem in Tunesien und Ägypten als wichtige Länder des Arabischen Frühlings, in denen eine hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht, soll laut Beerfeltz die berufliche Bildung gefördert werden, aber auch Projekte zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Eisenblätter sagte mit Blick auf die Muslimbrüder in Ägypten, man müsse sich trotz unterschiedlicher Auffassungen „durchringen, eine Zusammenarbeit zu entwickeln“.

Für die GIZ arbeiten fast 17.200 Mitarbeiter weltweit, davon 80 Prozent im Ausland. Hauptauftraggeber war auch 2011 das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) mit 75 Prozent des Geschäftsvolumens. Elf Prozent kamen aus anderen Bundesministerien, weitere 14 Prozent von ausländischen Regierungen und internationalen Organisationen.

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