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Lohn-Unterschiede zwischen den Branchen wachsen

Halle (afp) – Bei den Löhnen in Deutschland geht die Schere immer weiter auseinander. In den vergangenen Jahren hätten sich in Deutschland Niedrig- und Hochlohnbranchen herausgebildet, erklärte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Mittwoch. So seien in den exportierenden Bereichen, die sich hauptsächlich im Produzierenden Gewerbe befänden, die Löhne stärker gestiegen als in vielen Dienstleistungsbereichen.

Die Reallöhne je Arbeitnehmer sanken oder stagnierten laut IWH aber insgesamt im vergangenen Jahrzehnt. Dadurch seien sowohl die verfügbaren Einkommen als auch der private Konsum schwächer gestiegen als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Zudem nahm auch die Bedeutung der Tariflöhne für die sogenannten Effektivlöhne ab, also die tatsächlich ausgezahlten Bruttolöhne. So waren den Angaben zufolge im Jahr 2011 nur noch 31 Prozent aller Betriebe in Deutschland an einen Tarifvertrag gebunden, während es im Jahr 2008 noch 35 Prozent waren.

Auch die Einführung von Arbeitszeitkonten, die Beschäftigung von Leiharbeitern, außertarifliche Zusatzvergütungen, Prämien für die Stammbelegschaft und andere zusätzliche Lohnbestandteile könnten zu einer verstärkten Spreizung der Effektivlöhne je Stunde führen, erklärte das IWH. Die Ausweitung der Teilzeitarbeit schlage sich im Jahresverdienst nieder und führe auch zu wachsenden Verdienstunterschieden.