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Wertewandel mitgestalten

„Woran sollen wir uns halten? Diese Frage ist umso drängender, je mehr die Welt um uns herum sich wandelt“. Mit diesen Worten beginnt das Buch „Wertewandel mitgestalten. Gut Handeln in Gesellschaft und Wirtschaft“, in dem 49 Autoren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Religion ihre persönliche Antwort geben. So verstehen die Herausgeber ihr Buch als Einladung zum Nachdenken, darüber wie sich Gesellschaft sichern und gestalten lässt.

Freiburg/München (csr-news) > „Woran sollen wir uns halten? Diese Frage ist umso drängender, je mehr die Welt um uns herum sich wandelt“. Mit diesen Worten beginnt das Buch „Wertewandel mitgestalten. Gut handeln in Gesellschaft und Wirtschaft“, in dem 49 Autoren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Religion ihre persönliche Antwort geben. So verstehen die Herausgeber ihr Buch als Einladung zum Nachdenken, darüber wie sich Gesellschaft sichern und gestalten lässt.

„Wer mitgestalten will, muss wissen, woher er kommt und wo er steht; nur dann kann er sagen, wohin es gehen kann und gehen soll“, sagte Walter Kardinal Kasper bei der Vorstellung des Buches im Mai dieses Jahres in Berlin. Daran schließt sich eine der zentralen Debatten der kommenden Jahre an, die Frage, was gerecht ist und welche moralischen Maßstäbe gelten sollen. Die Herausgeber Prof. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, und George Augustin, Professor für Fundamentaltheologie und Dogmatik in Vallendar, bieten mit ihrem Buch mögliche Antworten. Gegeben beispielsweise von Friedrich von Metzler, persönlich haftender Gesellschafter der Privatbank B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA. „Die Verantwortung des Unternehmers in der Bürgergesellschaft“ hat er seinen Beitrag überschrieben. Metzler bezeichnet die Unternehmer als Rückgrat der Gesellschaft, ohne deren Beitrag allgemeiner Wohlstand kaum möglich wird. Er schreibt: „Der Erfolg eines Unternehmens zeigt sich vor allem anderen daran, dass es Gewinne erwirtschaftet – er ist existenziell für jedes Unternehmen. Der springende Punk ist aber: Allein Gewinne zu machen reicht für ein unternehmerisch verantwortungsvolles Handeln nicht aus, es kann sogar gefährlich werden“. Metzler hält eine Werteskala die sich alleine an ökonomischen Maßstäben orientiert für untauglich, vielmehr müsse jedes Unternehmen eine Ausprägung dafür finden, wie es Verantwortung in der Gesellschaft wahrnehmen will, ganz gleich, ob es weltweit vernetzt ist oder regional agiert. Mit diesem Ansatz rennt er bei Franz Fehrenbach, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, vermutlich offene Türen ein. Er sieht in einer wertebasierten Unternehmenskultur die Basis für langfristigen Erfolg und erläutert diese am Beispiel seines Unternehmens. Es ist vor allem die persönliche Überzeugung, die eine verantwortungsvolle Unternehmensführung ausmacht. Er schreibt: „Mangel an Verantwortungsbewusstsein ist für mich im Kern der Grund der Finanz- und Wirtschaftskrise, deren Folgen noch lange zu spüren sein werden. Durch sie ging nicht nur viel Geld verloren. Es wurde vor allem Vertrauen und Glaubwürdigkeit verspielt“. Er sieht die Unternehmer und Verantwortlichen der Wirtschaft in der Pflicht, wieder eine Vertrauensbasis zu schaffen. Aber auch Politik und Bürger sind gefragt, sie müssen ebenso ihren Teil der Verantwortung übernehmen.

Das Buch „Wertewandel mitgestalten – Gut handeln ind Gesellschaft und Wirtschaft“ enthält aber auch Beiträge aus anderen Disziplinen, betrachtet die Wertediskussion im Kontext gesellschaftspolitischer Fragen, geht konkret auf die Arbeitswelt und die Finanzbranche ein, betrachtet aber auch den Wertewandel in Gesellschaft und Medien. Auf mehr als 600 Seiten äußern sich Politiker wie Wolfgang Schäuble und Frank-Walter Steinmeier, Kirchenvertreter, Unternehmer, Manager und Wissenschaftler. Das Buch (ISBN 978-3-451-30618-1) ist seit Mai erhältlich und wird vom Herder Verlag Freiburg verlegt.

Nach Premiere in Berlin und einer Veranstaltung in Stuttgart wird das Buch auch in anderen deutschen Städten vorgestellt. Am 13.07. in München und danach in Frankfurt und Köln.