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Studie zeigt wachsende soziale Spaltung zwischen Alt und Jung

Berlin (afp) – In Deutschland existiert einer IG-Metall-Studie zufolge eine wachsende soziale Spaltung zwischen jungen und älteren Beschäftigten. Laut der am Donnerstag in Berlin vorgestellten repräsentativen Umfrage stieg der Anteil der in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeitenden Unter-35-Jährigen von 28 Prozent im Jahr 2009 auf 32 Prozent in diesem Jahr. Prekäre Beschäftigungen sind etwa Niedriglohnjobs oder Stellen mit Zeitverträgen. In der Gruppe der Über-35-Jährigen nahm der Anteil der prekär Beschäftigten hingegen im selben Zeitraum von 16 Prozent auf elf Prozent ab. Das bedeutet, dass fast jeder dritte Junge unter prekären Bedingungen arbeitet, aber nur jeder neunte ältere Beschäftigte.

„Die zunehmende Unordnung des Arbeitsmarktes geht vor allem zu Lasten der jungen Generation“, erklärte IG-Metall-Vize Detlef Wetzel. Diese Gruppe erlebe ihre Arbeitssituation auch zunehmend als große Belastung. So hätten neun von zehn Befragten gesagt, dass unsichere Beschäftigungsverhältnisse über einen längeren Zeitraum zu psychischen Belastungen führen, die Lebensplanung und damit auch mögliche Familiengründungen erschweren sowie berufliche Aufstiegschancen behindern. 80 Prozent erwarten zudem gesamtgesellschaftlich eine Verschärfung sozialer Ungleichheit.

Die Studie führte TNS Infratest Politikforschung für die IG Metall durch. Erstmals wurden in der zum dritten Mal seit 2009 durchgeführten Untersuchung auch Werkverträge untersucht. Laut IG Metall gaben – ohne Leiharbeiter berechnet – 15 Prozent der unter 35-Jährigen an, dass ihr Arbeitgeber im Rahmen von Werkverträgen Leistungen für andere Unternehmen erbringe und sie zwei Drittel ihrer Arbeitszeit auf dem Gelände des Auftraggebers verbringen. Wetzel forderte auch für diese Beschäftigten tarifvertragliche Regelungen und Mitbestimmung wie für alle anderen Beschäftigten.

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