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Bauarbeiten an umstrittenem Staudamm in Brasilien fortgesetzt

Rio de Janeiro (afp) – In Brasilien sind die Bauarbeiten an dem umstrittenen Staudamm von Belo Monte fortgesetzt worden, nachdem Ureinwohner ihre dreiwöchige Besetzung der Baustelle beendet haben. „Die Anführer mehrerer Stämme haben zugestimmt und die anderen sind ihnen gefolgt“, sagte ein Sprecher des Indigenen Missionsrats, Cleanton Ribeiro, am Donnerstag (Ortszeit) in der nahegelegenen Stadt Altamira. Die Ureinwohner hätten „mehr als ein Jahr“ auf die Erfüllung von Versprechen der Betreibergesellschaft Norte Energía gewartet.

Nach zwei Tagen harter Verhandlungen sagte der Chef von Norte Energía, Carlos Nascimento, laut einer Erklärung des Konzerns zu, „vergangene Verpflichtungen“ sowie die Kultur der Ureinwohner zu respektieren. Das Unternehmen versprach insbesondere, Schulen und Kliniken in dem Regenwaldgebiet zu bauen und öffentliche Verkehrsmittel bereitzustellen. Laut Norte Energía wurden bereits 17 sozioökonomische Projekte im Wert von umgerechnet 96 Millionen Euro in der Amazonas-Region gestartet.

Mit einer Leistung von 11.000 Megawatt soll das Wasserkraftwerk der drittgrößte Staudamm der Welt hinter dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem Itaipu-Staudamm an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay werden. Die Regierung sieht den Staudamm als zentral für die nationale Energieproduktion an. Insgesamt soll eine Fläche von 500 Quadratkilometern am Xingu-Fluss überschwemmt werden. Nach Angaben der Regierung müssen 16.000 Menschen dafür ihre Heimat verlassen. Umweltschützer warnen vor irreparablen Schäden am Ökosystem.