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Wie „grün“ können Dosen sein?

Berlin (afp) – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht juristisch gegen einen der größten Getränkedosen-Hersteller in Europa und dessen Slogan „die Dose ist grün“ vor. Wegen Verbrauchertäuschung reichte die Umweltorganisation vor dem Landgericht Düsseldorf Klage gegen die Ball Packaging Europe ein, teilte die DUH am Freitag in Berlin mit. Nach Auffassung der Umweltschützer führt die laufende Werbekampagne des Dosenherstellers zur angeblichen Umweltfreundlichkeit der Getränkedose die Verbraucher systematisch in die Irre.

Durch den Aufdruck „die Dose ist grün“ sollten Getränkedosen als umweltfreundliches und ökologisch verträgliches Produkt verkauft werden. Diese Behauptung sei aber unwahr, erklärte die Umwelthilfe.

Ball Packaging erklärte, eine von der Deutschen Umwelthilfe geforderte Unterlassungserklärung werde nicht unterzeichnet. Die Aussage „Die Dose ist grün“ werde mit dem Zusatz „unendlich recycelbar“ konkretisiert und so in einen sachlich korrekten Zusammenhang gestellt. Der Dosenhersteller betonte, dass die „unendliche Wiederverwertbarkeit“ des für die Dosenherstellung verwendeten Metalls ein sachlich gut begründetes Umweltargument sei. In Deutschland würden heute fast hundert Prozent aller verkauften Getränkedosen recycelt, deshalb gebe es einen fast geschlossenen Verwertungs-Kreislauf.

Dagegen bezeichnete die Deutsche Umwelthilfe die Getränkedose als Beispiel für eine Wegwerfmentalität. Sie werde bereits nach einmaliger Benutzung entsorgt und gehöre zu den Getränkeverpackungen, die die Umwelt am stärksten belasten. Durch wenige zentralisierte Abfüllanlagen würden Dosen zudem über besonders lange Strecken transportiert.