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Schwarzbuch WWF: Verlag ändert 21 Textstellen

Der Rechtsstreit um das „Schwarzbuch WWF“ endete mit einer außergerichtlichen Einigung. Der WWF hatte gegen den Verfasser Wilfried Huismann und das Gütersloher Verlagshaus geklagt. In der nächsten Auflage des Buches werden 21 Passagen geändert oder gestrichen. Viele davon betreffen die Zusammenarbeit des WWF mit Unternehmen.

Köln (csr-news) – Der Rechtsstreit um das „Schwarzbuch WWF“ endete mit einer außergerichtlichen Einigung. Die Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) hatte vor dem Landgericht Köln wegen falscher Tatsachenbehauptungen gegen den Verfasser des Buches, Wilfried Huismann, und den Herausgeber, das Gütersloher Verlagshaus aus der Gruppe Random House, geklagt. In der nächsten Auflage des Buches werden 21 Passagen geändert oder gestrichen. Viele davon betreffen die Zusammenarbeit des WWF mit Unternehmen.

Im „Schwarzbuch WWF“ erscheint der WWF als eine Organisation, die mehr den Interessen der Wirtschaft dient als den Anliegen des Naturschutzes. An einer Stelle heißt es: „Weltbank und WWF schließen die Wälder der Erde für Energie- und Agrarkonzerne auf, die im Hintergrund warten, um Milliarden in die natürlichen Ressourcen des Südens zu investieren.“ Huismann, der auch Autor des ARD-Fernsehbeitrags „Der Pakt mit dem Panda“ ist, beschreibt in seinem Buch den Forest Stewardship Council und dessen Waldschutzsiegel FSC mit den Worten: „Die von den Agrarkonzernen und dem WWF auf den Markt gebrachten Zertifikate sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind.“ Der WWF Deutschland ist wie andere große Umweltorganisationen Mitglied im FSC Deutschland. Insbesondere kritisiert der Autor die unter Mitwirkung des WWF entstandenen Runden Tische für verantwortungsvolles Palmöl (RSPO) und verantwortungsvolles Soja (RTRS). Huismann zum RTRS: „Die ausgehandelten Standards halten Experten für butterweich und unverbindlich. Sie gestatten den Produzenten auch weiterhin, Wälder zu roden und einen chemischen Krieg auf den Äckern zu entfesseln.“

Der WWF teilte nach der außergerichtlichen Einigung mit, in der nächsten Ausgabe des Schwarzbuchs werde sein Ringen mit Akteuren des Soja- oder Palmölsektors um soziale und ökologische Standards an den Runden Tischen nicht weiter als Zusammenarbeit oder Kooperation mit einzelnen Unternehmen beschrieben. Zudem werde Huismann nicht weiter behaupten, der WWF habe die beiden größten Gentechnik-Konzerne der Welt in den Runden Tisch für verantwortungsvolles Soja aufgenommen. Dazu der WWF: „Der RTRS ist ein unabhängiger Zusammenschluss von derzeit 150 Vertretern aus Wirtschaft, Industrie, Handel, Soja-Produktion und mehreren Nichtregierungsorganisationen. Über die Aufnahme von neuen Mitgliedern kann der WWF nicht entscheiden.“ Runde Tische seien „ein Ansatz, die Produktion von Agrarrohstoffen zu verbessern, aber sie sind kein Allheilmittel.“ Durch die Änderungen im Schwarzbuch werde deutlich, dass der WWF keine Kooperation mit dem Palmölproduzenten Wilmar und dem Gentechnikriesen Monsanto betreibt, so die NGO.

In seiner Stellungnahmen zu dem Vergleich gab sich Marco Vollmar, Mitglied der Geschäftsleitung des WWF Deutschland, auch selbstkritisch. Vollmar teilte in Bezug auf die Unternehmenskooperationen mit: „Wir haben gelernt, dass wir unsere Kriterien für eine Zusammenarbeit noch sehr viel konkreter in der Öffentlichkeit darstellen müssen.“

Hier lesen Sie eine Rezension zum „Schwarzbuch WWF“.

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