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Das Prinzip Eigenverantwortung und die Rolle der Krankenkassen: das Beispiel der BKK advita

Vor dem Hintergrund der Verlängerung des demografischen Wandels gewinnt der Erhalt der Gesundheit zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung. Auch zieht sich der Staat immer mehr aus der Gesundheitsversorgung zurück. Umso bedeutsamer werden Eigenverantwortung sowie die gesellschaftliche Rolle der Krankenkassen.

Heidelberg (csr-service) – Vor dem Hintergrund der Verlängerung des demografischen Wandels gewinnt der Erhalt der Gesundheit zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung. Auch zieht sich der Staat immer mehr aus der Gesundheitsversorgung zurück. Umso bedeutsamer werden Eigenverantwortung sowie die gesellschaftliche Rolle der Krankenkassen. Die globalen Herausforderungen und die damit verbundenen Unsicherheiten werden der Gesellschaft die Fähigkeit zur Resilienz (Widerstandsfähigkeit) noch stärker abverlangen.

Ein Vorabdruck Auszug aus: Gesichter der Nachhaltigkeit. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Hauke Schwiezer. Heidelberg (abcverlag) 2013 (ersch. Nov. 2012)

Früher war Gesundheit häufig mit einem eng gefassten Ziel verknüpft: So ging es zum Beispiel darum, Sport zu treiben, um körperlich fit zu sein. Heute werden Begriffe wie Nachhaltigkeit und Gesundheit mit einem ganzheitlichen Ansatz verbunden. Sie ist kein statisches Phänomen, sondern ein Prozess, ein Fließgleichgewicht und „Lebensweisenkonzept“ (WHO). In vielen Unternehmen und Organisationen wird jedoch vorausgesetzt, dass die Mitarbeiter gesund und leistungsfähig sind und bleiben. Wenn sie dann aus dem „System“ fallen, kommt es ins Stocken und die gesellschaftlichen Kosten der Gesundheitsschäden durch Produktivitätsausfälle, medizinische und therapeutische Behandlungen, Krankengeld und Erwerbsminderungsrentenzahlungen sind enorm.

Vielfach werden in Unternehmen Maßnahmen der Gesundheitsförderung nach dem „Gießkannenprinzip“ angeboten. Nachhaltigkeit im Gesundheitsmanagement bedeutet allerdings, zielgruppenspezifische Voraussetzungen bei der systematischen Maßnahmengestaltung zu schaffen und konkrete, später belegbare Ziele zu benennen, die damit verfolgt werden.

Das folgende Interview mit Norbert Pasternack (Vorstand BKK advita) und Antje Kühne (Beauftragte für Nachhaltigkeitskommunikation, BKK advita) zeigt, dass Zukunft neben mehr Eigenverantwortung ein starkes Selbstwissen und einen Zugriff auf die eigenen inneren Ressourcen braucht, denn die gesellschaftlichen Aufgaben werden immer komplexer und anspruchsvoller. Die Lösung sind Vorsorge und ein effizientes nachhaltiges Gesundheitsmanagement, denn Motivation und Leistungsfähigkeit hängen wesentlich von der aktiven Gestaltung der Gesundheit ab.

Was verbinden Menschen heute mit Gesundheit?

Pasternack: Nicht nur Sport und gesunde Ernährung spielen gegenwärtig eine wesentliche Rolle. Gesundheit bedeutet auch seelisches Wohlbefinden. Gesund sein heißt, dass sich Körper, Geist und Seele im Einklang befinden. Vielfach geht es heute nicht mehr ausschließlich um äußerlich sichtbare Erkrankungen. Gesundheit bedeutet auch psychische Stärke, Widerstandsfähigkeit und Ausgeglichenheit. Zum Beispiel Joggen für die körperliche Fitness und autogenes Training für die seelische Ausgeglichenheit. Autogenes Training würde man üblicherweise nicht als sportliche Betätigung sehen – dennoch dienen Entspannungsübungen und -maßnahmen definitiv der Gesundheit.

In der sportpädagogischen Diskussion, insbesondere im Kontext mit Gesundheitserziehung, wird häufig ein dynamisches Gesundheitsverständnis propagiert. Ist Gesundheit für Sie auch ein prozesshaftes Geschehen?

Kühne: Prozesshaft vielleicht in dem Sinn, dass seelisches Wohlbefinden auch die sportliche Leistung fördert – und die wiederum die eigene Leistungsfähigkeit steigert, was zu Stressabbau führt und die körperliche Gesundheit unterstützt. Sportliche Betätigung ist ein wirksamer Stresskiller. Hier liegt auch die Eigenverantwortung für die Gesunderhaltung. Doch sollte hier keine Gesundheitserziehung passieren, sondern gemeinsam gelebtes Gesundheitsverhalten, so wirkt sich zum Beispiel ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Eltern auch auf das Gesundheitsverhalten der Kinder aus.

Was suchen Menschen im Sport?

Kühne: Sport ist vielfach ein Ausgleich zur beruflichen Be- oder Überlastung. Er fördert nachweislich die Stressreduktion. Im Sport erleben wir unseren Körper in bestimmten Situationen wie Anstrengung, Ermüdung und lernen ihn und die eigenen Grenzen besser kennen. Auch wird das Selbstbewusstsein gestärkt, wenn sportliche Ziele erreicht werden, die vorher unrealistisch erschienen. Körperliche Aktivität gibt Selbstbestätigung – neben beruflichen Erfolgen auch im Privaten.

Was macht einen bedürfnisorientierter Gesundheits- und Freizeitsport aus?

Pasternack: Bedürfnisorientiert heißt, genauer nachzufragen, welcher Sport gut tut, also dass er förderlich ist. Passt er zum Beispiel zur eigenen körperlichen Verfassung und zur gewünschten Freizeitgestaltung? Und welche Ziele sollen erreicht werden? Zudem muss berücksichtigt werden, ob der Sport auf die jeweilige Lebenssituation angepasst ist, um diesen regelmäßig ausüben zu können. Lebt jemand beispielsweise in einer Großstadt weit weg von einem Gewässer, scheint Segeln eher weniger geeignet zu sein. Oder ist ein Mensch eher gesellig, wäre ein Vereinssport passender als alleine im Wald zu joggen. Sport erweist sich als sinnreich für die eigene, bewusst geführte Lebensgestaltung. Dies führt wiederum zu mehr Selbstverantwortung, denn das Leben erscheint auch sinnvoller, wenn man (sich) selbst bewusster wird und die eigenen Bedürfnisse mehr berücksichtigt.

Welche Sport- und Bewegungsangebote bietet die BKK advita an?

Kühne: Mit der Beteiligung an qualitätsgesicherten Gesundheitskursen stellen wir ein umfangreiches Präventionsangebot bereit für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Als sogenannte Primärprävention in den Bereichen Bewegung wie Rückenschule und Entspannungskurse wie autogenes Training. Qualifizierte Gesundheitskurse wie Nordic Walking, Lauftraining usw. mit fachlicher Begleitung durch erfahrene Therapeuten sind in der aktiven Gesunderhaltung während der sogenannten bio-fit-woche angesetzt.

Weshalb liegt der BKK advita vor allem die Förderung regionaler Jugendsportmannschaften am Herzen? Welche konkreten Projekte fördern Sie?

Pasternack: Wir fördern bewusst den regionalen Breitensport, indem wir jedes Jahr an den Standorten regionale Jugendsportmannschaften mit einem Sponsorpaket unterstützen. So zum Beispiel die Fußballjungs der D1 vom TSV Gau-Odernheim in Rheinhessen, die von einem Mitarbeiter der BKK aus Alzey trainiert werden. Die Elf- bis Zwölfjährigen treten in der höchsten Spielklasse an, die es für ihre Altersstufe gibt – in der Bezirksliga Rheinhessen.

Welche Vorteile sind mit einem nachhaltigen Gesundheitsmanagement verbunden?

Kühne: Überbelastung am Arbeitsplatz ist leider ein sehr aktuelles Thema, wenn man die steigenden Zahlen psychischer Erkrankungen betrachtet. Um solchen Erkrankungen präventiv entgegenzuwirken, sind langfristig angelegte betriebliche Gesundheitsmaßnahmen nötig. Nur punktuell gesetzte Gesundheitsaktionen greifen da oft zu kurz und wirken nur kurzfristig. Hier muss ein Umdenken stattfinden, und da sind wir als Krankenkasse natürlich auch gefragt, Lösungen anzubieten. So haben wir für kleinere und mittlere Unternehmen den Alternativen Gesundheitspreis ausgelobt, um neue Lösungsansätze und innovative Ideen für ein nachhaltig wirkendes Gesundheitsmanagement in Betrieben zu entdecken und zu erfahren. Zum Beispiel reichen vereinzelte sportliche Maßnahmen am Arbeitsplatz nicht aus, wenn er selbst „krank macht“. Genau hier muss bei einem nachhaltigen Gesundheitsmanagement angesetzt werden. Da sind auch Kollegen und Vorgesetzte gefragt.

Auch Managementsysteme reagieren auf das Thema Gesundheitsmanagement: So geht es in der ISO 26.000 nicht mehr „nur“ um Umweltmanagement und soziales Engagement. Es wird auch der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern beschrieben und dem Thema Gesundheitsprävention ein eigenes Kapitel gewidmet. Erhält dadurch das Gesundheitsmanagement eine genauso hohe Priorität wie alle anderen Nachhaltigkeitsthemen?

Kühne: Auf jeden Fall. Zum einen leben wir in Zeiten der Überbelastung am Arbeitsplatz, einer hohen Burnout-Gefahr; zum anderen verändert sich zusehends hinsichtlich des demografischen Wandels die Altersstruktur in Deutschland. Es werden immer weniger Kinder geboren, die Zahlen der jüngeren Altersgruppen sinken und die der älteren Altersgruppen steigen. Wir werden immer älter, stehen länger im Berufsleben und müssen auch im Alter leistungsfähig bleiben. Gerade vor diesem Hintergrund ist ein nachhaltig wirkendes betriebliches Gesundheitsmanagement sehr wichtig.

Weshalb rechnet sich Gesundheitsprävention für jeden einzelnen und für die Gesellschaft?

Pasternack: Wenn ich meine persönlichen Erfolge der Gesunderhaltung sehe, stärke ich mein Selbstbewusstsein und ich gehe natürlich auch verantwortungsvoller mit mir selbst um – und im besten Fall mit meinen Mitmenschen. Gesund erhaltende Maßnahmen fördern auch den Gemeinschaftssinn. Doch sich der eigenen Verantwortung gesunder Lebensführung bewusst zu sein reicht allein nicht aus.

Kühne: Auch muss die Gewissheit vorhanden sein, im Krankheitsfall aufgefangen zu werden. Gesundheitsprävention soll auch Spaß machen und nicht negativen Druck aufbauen im Sinne von: „Ich MUSS jetzt gesund leben und meine Leistung steigern.“ Motivation ist hier wichtig. Gerade die Bonusprogramme der Kassen stellen diesbezüglich eine Alternative dar. Hier wird durch Boni verschiedenster Art zur Gesunderhaltung motiviert.

Die zukünftige Ausrichtung der Lebensweise wird verstärkt auf Gesundheit und Nachhaltigkeit liegen. Weshalb benötigt unsere Gesellschaft eine ganzheitliche Gesundheitsbildung?

Pasternack: Lebensbedingungen wie Arbeitsplatz, Familienleben, ökologisch-ökonomische Faktoren, soziales Umfeld und Wohnort müssen in die Gesundheitsbildung einbezogen werden. Besteht irgendwo ein Problem oder ein Konflikt, kann sich dies auf andere Lebensbereiche auswirken. Ziel ist deshalb ein ausbalanciertes Arbeits- und Privatleben. Nur so kann Gesunderhaltung langfristig wirken.

Weshalb ist gesunde Ernährung das am nächsten liegende Thema, wenn es um „Nachhaltigkeit“ geht?

Kühne: Sie ist eine primäre Maßnahme der Gesunderhaltung. Gesunde Ernährung verbinden wir heute auch mit einer bewussten Ernährungsweise. Es geht nicht mehr nur darum, was wir essen, sondern auch woher wir es beziehen und uns bewusst darüber sind, dass wir in nachhaltiger Hinsicht dem gekauften Produkt mit ruhigen Gewissen vertrauen können. In Zeiten der Lebensmittelskandale findet ein massives Umdenken in der Bevölkerung statt hin zu einem bewussteren und damit nachhaltigeren Einkauf von Lebensmitteln. Zum Beispiel besteht neben der Tatsache „fleischlos gleich gesünder“ für viele Vegetarier der Hauptgrund des Fleischverzichts in den verheerenden Zuständen der Massentierhaltung. Gesunde Ernährung heißt also, auch über den Tellerrand schauen. Jeder von uns sollte zunächst seine eigene Ernährungsweise und damit eigenes Konsumverhalten überprüfen, denn immerhin bestimmt die Nachfrage das Angebot. Gesunde und bewusste Ernährung sollten bereits in Kitas und Schulen vermittelt und gefördert werden unter Berücksichtigung von allgemeinen Nachhaltigkeitsthemen wie ökologische, regionale Landwirtschaft. Kindern kann man noch spielerisch den bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln beibringen. Die Ernährungskette Anbau, Produktion, Einkauf und Verzehr ist ein schönes Beispiel zu erklären, was „nachhaltig leben“ bedeutet.

Warum setzen Sie sich für einen Bio-Ernährungsbonus ein?

Pasternack: Mit der Bonusvergabe u.a. eines Gutscheins für Bio-Lebensmittel wollen wir nicht nur gesündere Ernährung fördern, sondern auch die regionale und damit nachhaltigere Öko-Landwirtschaft unterstützen. Der Gutschein soll motivieren, bei nachhaltig arbeitenden Erzeugern einzukaufen und gibt einen möglichen Weg, eine Richtung an. Nun setzt die Kasse alles daran, die Möglichkeit der Gutscheineinlösung auch vor Ort in Bio- und Hofläden voranzubringen. Damit soll der Kontakt zum Bio-Erzeuger so nah wie möglich stattfinden, um so lange Versandwege zu umgehen.

„Aus der Region für die Region“ ist Ihr Motto für mehr Gesundheit durch eine bewusste Ernährung. Weshalb ist es Ihnen wichtig, die Wirtschaftskraft vor Ort zu stärken?

Kühne: Um den ländlichen Raum als lebenswerten Raum zu stärken und damit neue, alternative Perspektiven als Lebensraum zu geben, der Landflucht zu begegnen und soziale und ausgeglichene Lebensführung zu unterstützen – auch im Hinblick auf eine nachhaltige Gesunderhaltung.

Die BKK advita ist die erste ökologische Krankenkasse Deutschlands. Worin unterscheidet sie sich von anderen Krankenkassen?

Pasternack: Die BKK advita richtet sich als gesetzliche Kasse seit dem vierten Quartal 2010 konsequent ökologisch und nachhaltig aus. Dies gilt sowohl für die Zusatzleistungen im Leistungskatalog als auch für die Prozesse im Unternehmen wie die Umweltzertifizierung ISO 14001.

Seit wann gibt es die BKK advita? Und welchen Herausforderungen mussten Sie sich in den vergangenen Jahren stellen?

Pasternack: Die BKK SCHOTT-ZEISS (Mainz) und die advita BKK (Frankenthal) fusionierten zum 1. September 2009 zur BKK advita. Aufgrund des 2009 negativen Finanzergebnisses musste 2010 ein Zusatzbeitrag in Höhe von monatlich acht Euro eingeführt werden. Damit konnte das Leistungsniveau trotz steigender Ausgaben gehalten werden. Nach diesem ungünstigen Geschäftsergebnis ist es uns durch intensive Kostensteuerung und Sparmaßnahmen gelungen, die konsequente ökologische Neuausrichtung weiterzuführen und das Alleinstellungsmerkmal und damit unsere Marke zu stärken. Die Trendwende ist 2011 gelungen. Seit dem Frühjahr verzeichnen wir eine deutliche Nachfragesteigerung und hohe Zuwächse im Neukundengeschäft. Durch die erwirtschafteten Rücklagen konnten wir den Zusatzbeitrag abschaffen. Die Kapitalausstattung der BKK advita ist mittlerweile sehr gut. Statt einer pro Versichertenkopf doch sehr niedrig ausfallenden Prämienauszahlung investieren wir die erwirtschafteten Finanzmittel lieber weiter in ganzheitliche und natürliche Behandlungsmethoden.

Weshalb fördern und fordern Sie mehr eigenverantwortliches Handeln bei Ihren Versicherten?

Pasternack: Unser Gesundheitswesen täuscht vor, dass alles, was sozusagen „kaputt“ ist, von der Medizin wieder geheilt werden kann. Dass dies ein Irrtum ist, sehen wir an der Entwicklung von Krankheiten in Deutschland bezüglich Häufigkeit, Formen und Dauer. Wir erkennen ein großes Bedürfnis der Menschen, nicht weiter ausschließlich der Apparate- und Schulmedizin ausgesetzt zu sein. Nicht jedes kleine Leiden muss operiert werden, oftmals hilft es, auf natürliche Weise die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stimulieren. Dabei spielt die Eigenverantwortung des Versicherten für seine Gesundheit eine wichtige Rolle. Um diese zu fördern, schaffen wir gezielte Anreize. Daneben sind uns ganzheitliche Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel die Osteopathie, wichtig. Dieses instrumentenfreie und manuelle Diagnostik- und Therapieverfahren kuriert nicht nur Symptome, sondern versucht die Ursachen für ein Leiden zu entdecken und zu beheben.

Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit oder Stärke, sich selbst wieder ins innere Gleichgewicht zu bringen und es zu halten. Resiliente Menschen sind imstande, sich selbst aus eigener Kraft aus Krisen zu befreien. Wie kann eine Krankenkasse wie die BKK advita Unterstützung geben, die eigenen Ressourcen effektiv einzusetzen?

Kühne: Wir unterstützen Betriebe gezielt im Bereich des Stressmanagements sowie in der Organisation eines systematischen Gesundheitsmanagements mit Hilfe unseres betrieblichen Gesundheitsberaters. Stressmanagementtrainings bspw. können die persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten von Beschäftigten verbessern.

Pasternack: Ein konkretes Beispiel: In Zusammenarbeit mit AnyCare, einem erfahrenen Dienstleister im Gesundheitswesen, möchten wir mit dem Programm ProPerspektive unsere Versicherten unterstützen, die mitten im Berufsleben stehen und Hilfe bei der Bewältigung von Alltag und Problemen benötigen. Speziell ausgebildete Experten bieten dazu regelmäßige telefonische Betreuung an und geben Hilfestellung bei akuten Stress- und Überlastungssituationen. Nach Angaben von AnyCare packen bereits über 90 Prozent der Teilnehmer ihren Alltag wesentlich motivierter und stärker an. BKK advita-Versicherte können kostenlos daran teilnehmen. Das Programm endet, wenn alle Alltagsanforderungen wieder selbstständig bewältigt werden können.

Depression betrifft lebenslang zwischen 10 bis 18 Prozent der Bevölkerung und ist heute mit ca. 300.000 Tagen Krankschreibungen, Produktionsausfällen, Frühberentung und mit anderen erheblichen Einschränkungen und Belastungen der Betroffenen verbunden. Nach Berechnungen der WHO verlieren Menschen durch eine Depression 9,8 gesunde Lebensjahre. Der Freitod des Nationaltorwarts Robert Enke hat in der Gesellschaft Trauer, aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema ausgelöst. Weshalb ist es wichtig, in Unternehmen und Organisationen Beratungsstellen zu schaffen, die sich um die Betroffenen kümmern und sie betreuen?

Kühne: Psychische Erkrankungen sind nicht immer auf dem ersten Blick zu erkennen. Betroffene merken meistens das Ausgebranntsein viel zu spät. Oft sind Kollegen, Führungskräfte, Personalverantwortliche zunächst ratlos – da sind fachspezifische Anlaufstellen von primärer Bedeutung. Es braucht Aufklärung durch Beratungsstellen, damit die Beschäftigten die Situation selbst erkennen können, bevor es zu spät ist. Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit beginnt mit Aufklärung und Motivation.

Wer ist für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen bei der BKK advita verantwortlich?

Pasternack: Die Gesamtverantwortung trägt der Vorstand. Für die operative Umsetzung sind die jeweiligen Experten zuständig: für die Umweltziele die Umweltmanagementbeauftragte sowie der Umweltausschuss, für die nachhaltigen Beschaffungsrichtlinien ist der Leiter Innere Dienste zuständig. Sie ist u.a. für den Einkauf der Arbeitsmaterialen verantwortlich und ist das Bindeglied zu den entsprechenden Dienstleistern und Lieferanten.

Was gehört konkret zu den Aufgaben der Umweltmanagementbeauftragten?

Kühne: Für die systematische Umsetzung der Umweltziele ist die Umweltmanagementbeauftragte gemeinsam mit dem Umweltausschuss verantwortlich. Sie beruft den Umweltausschuss ein und berichtet unmittelbar an den Vorstandsvorsitzenden, was die hohe Bedeutung unterstreicht, die wir Umweltfragen beimessen. Sie motiviert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, sich eigeninitiativ in den betrieblichen Umweltschutz einzubringen, gemeinsam neue Umweltziele zu formulieren und umzusetzen. Und sie führt zudem das Umwelthandbuch. Halbjährlich muss sie die neuesten Gesetze bezüglich der Umweltauflagen durchgehen, bewerten und falls nötig umsetzen.

Pasternack: Die Umweltmanagementbeauftragte berichtet direkt an den Vorstand. Der Umweltausschuss setzt sich zusammen aus Vorstand, Umweltmanagementbeauftragter, Leiter Innere Dienste sowie aus mehreren Mitarbeitern unterschiedlichster Fachbereiche: vom Versorgungsmanagement über die Bereiche Versicherung/Beiträge oder Controlling bis hin zu Marketing/Vertrieb. Jeder Fachbereich wird über die Themen und Inhalte des Umweltausschusses regelmäßig informiert.

Welche Standards existieren zum Thema Nachhaltigkeit?

Kühne: Im Dezember 2011 erhielten wir die Umweltzertifizierung nach DIN 14001. Das bedeutet, dass wir jedes Jahr neue Umweltziele generieren, die sich z.B. der Energie- und Ressourceneinsparung widmen, aber auch der Mülltrennung oder dem umweltgerechten Reisemanagement. Sie werden über ein externes Audit geprüft, damit die bis 2014 laufende Umweltzertifizierung ihre Gültigkeit behält. Natürlich sind wir uns bewusst, dass die BKK advita nicht so viel Einfluss wie ein produzierendes Unternehmen hat, aber jeder kleine Schritt hilft, die Welt zu verbessern. Dabei bilden unsere Umweltleitlinien die Grundlage des allgemeinen Handelns in unserem Umweltmanagementsystem.

Existieren Vorgaben zur Energieeffizienz? Und welche Programme zur effizienten Energienutzung gibt es bei der BKK advita?

Kühne: Wir haben die gesamten Strom- und Gasbezugsquellen in der Hauptverwaltung Alzey auf Ökostrom und Windgas von Greenpeace energy umgestellt. Alle anderen Standorte sind bereits in Arbeit. Unsere Computerhardware wurde zu 90 Prozent auf Green IT durch die Anschaffung von energie- und platzsparenden Thin-Client-Anwendungen an den Arbeitsplätzen umgestellt. Sogenannte Futros sind mit dem Hauptserver verbunden und befinden sich an jedem Arbeitsplatz. Damit konnte 80 Prozent Stromersparnis gegenüber der üblichen Hardware erreicht werden. Hinzu kommt eine spürbare Reduzierung des Stromverbrauchs durch die Halbierung der Leuchtmittel in allen Fluren der BKK advita Hauptverwaltung. Neuerdings begegnen wir auch dem Standby-Problem elektronischer Geräte an unseren Arbeitsplätzen.

Zusammen mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstützte die BKK advita u.a. eine Baumpflanzaktion in Aalen und leistete damit einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der ökologisch sehr wertvollen Streuobstbestände. Wie kam die Zusammenarbeit mit NABU zustande und gibt es weitere Planungen?

Pasternack: Die Zusammenarbeit kam über den Leiter den Kundencenters Oberkochen zustande, der Kontakt erhielt zum Initiator dieser Baumpflanzaktion, Reinhard Bretzger, Vorsitzender der NABU (Ostalbkreis). Unser Ziel ist es, an allen Kundencenter-Standorten der BKK advita Pflanzaktionen durchzuführen, wie diese zum Beispiel in Aalen, Nähe Kundencenter Oberkochen. Damit sollen die Versicherten, die eine Baumpatenschaft übernehmen möchten, die Möglichkeit erhalten, eine Pflanzaktion in ihrer Nähe regional vor Ort zu unterstützen. Die Baumpatenschaften können übernommen werden statt der Werbeprämie von 20 Euro pro Neukunde. Neben NABU unterstützten wir auch Pflanzaktionen anderer Stiftungen wie z.B. „Wald zum Leben“ in Rheinhessen. Saison der Pflanzungen ist vorwiegend im Herbst und Frühjahr.

Was tun Sie darüber hinaus für den Klimaschutz?

Kühne: Seit der Anschaffung eines hauseigenen Dienstfahrrades dürfen unsere Mitarbeiter für kurze Erledigungen in der näheren Umgebung in die Pedalen treten. Mit einem bezuschussten ÖPNV-Ticket fördern wir die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Bei Dienstreisen besitzt die Bahnfahrt absoluten Vorrang. Auch vergeben wir einen zinslosen Kredit an Mitarbeiter, die entweder den eigenen PKW auf Gas umrüsten lassen oder ein schadstoffarmes Auto kaufen möchten.

Welche Ideen gibt es zur signifikanten Effizienzsteigerung, Ressourcenschonung und Abfallvermeidung von Mitarbeitern?

Kühne: Zu den konkreten jährlichen Zielen, die zum großen Teil schon erfüllt sind, gehören unter anderem Stromeinsparungsmaßnahmen in der Hauptverwaltung durch schaltbare Verteilersteckdosen in allen Büros und Sensibilisierung der Mitarbeiter, die Eröffnung eines Kontos bei der Ethikbank, Nutzung eines Jobtickets, Umbaumaßnahmen auf einen schadstoffarmen PKW, Umstellung des kompletten Papiers auf den Blauen Engel, Umstellung auf Windgas von Greenpeace energy. Auch motivieren wir unsere Mitarbeiter dazu, sich eigeninitiativ in den betrieblichen Umweltschutz einzubringen.

Welche Regelungen sind in Ihren nachhaltigen Beschaffungsgrundsätzen enthalten?

Pasternack: Hier ist genau festgelegt, dass bei jeder Beschaffung, bei jedem Einkauf die Möglichkeit geprüft wird, ob dazu ein vergleichbares ökologisch orientiertes Produkt erhältlich ist. Nachhaltigkeitskriterien sind in den Beschaffungsrichtlinien verbindlicher Bestandteil beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Im Einkaufsverbund der BKKs zur Ausschreibung von Angeboten versuchen wir, diese Kriterien ebenfalls zu etablieren. Bei der Auswahl von Dienstleistern berücksichtigen wir bevorzugt Unternehmen mit nachhaltiger Ausrichtung. Ein Umweltziel im Jahr 2011 war z.B. die vollständige, also 100%-ige Papierumstellung auf Recyclingpapier mit dem Blauen-Engel-Umweltsiegel. Zudem halten wir externe Dienstleister dazu an, Recyclingpapier einzusetzen für unsere Aufträge und ziehen diese dann auch vor bei mehreren Angeboten.

In welchem Bereich haben Sie bereits nachhaltige Erfolge erzielt?

Kühne: Eine Mitarbeiterschulung in Alzey ist dafür beispielgebend: So hielt ein ehrenamtlicher Mitarbeiter von Greenpeace einen anschaulichen Vortrag zum Thema Papierherstellung und der damit verbundenen Umweltzerstörung. Er plädierte für den 100%igen Einsatz von Recyclingpapier – ausschließlich Blauer Engel. Die Mitarbeiter wurden somit motiviert, wesentlich umsichtiger mit Papier umzugehen und z.B. vorzugsweise doppelseitig zu drucken. So konnten wir im selben Jahr einen Rückgang des Papierverbrauchs um etwa 15 Prozent verzeichnen.

Hat die BKK advita einen eigenen Verhaltenskodex? Und welche Regelungen gibt es zu dessen Einhaltung?

Pasternack: Seit Oktober 2011 gibt es einen Verhaltenskodex für Mitarbeiter und Führungskräfte. Um das Vertrauen der Kunden in die Qualität der Leistungen und des Services der BKK advita zu rechtfertigen und herzustellen, ist das Verhalten aller ebenso von Bedeutung wie der Einsatz der eigenen Fähigkeiten und des persönlichen Engagements. Die hier enthaltenen Empfehlungen und Mindeststandards beinhalten Verhaltensregeln zu Kundenberatung und Kundenbetreuung sowie für ein strukturiertes und lösungsorientiertes Beschwerdemanagement für gute Kundenbeziehungen. Enthalten sind auch Regelungen für die interne Zusammenarbeit: z.B. gegenseitige Unterstützung und ein vertrauensvoller und respektvoller Umgang zwischen Mitarbeitern und Führungskräften.

Welche Ziele verfolgen Sie im Nachhaltigkeitskontext?

Pasternack: Wir wollen Leistungen anbieten, die den Mensch ganzheitlich sehen, seine Gesundheit fördern und präventiv sichern.

Welche Leistungen bieten Sie konkret an?

Kühne: Dazu gehören etwa Leistungen im Bereich alternative Medizin wie Homöopathie, Osteopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die neben der klassischen Schulmedizin unsere Produktpalette schrittweise um Angebote natürlicher bzw. ganzheitlicher Behandlungsmethoden ergänzen. Dabei setzen wir auf die Eigenverantwortung der Versicherten und fördern deren Gesunderhaltung. Gesunde Lebensweise wird unter anderem mit einem Bonusgutschein für den Einkauf ökologisch orientierter Produkte belohnt. Auf diese Weise wird zugleich der biologische Landbau unterstützt. Als einzige gesetzliche Krankenkasse bieten wir auch die medikamentenfreie und somit sanfte Biofeedback-Behandlung bei Migräne und Spannungskopfschmerz im Rahmen eines Modellvorhabens an. Für gesetzlich Versicherte ist das bisher eine reine Privatleistung. Wir übernehmen im Rahmen des Modellvorhabens pro Sitzung etwa dreiviertel der Kosten.
Mit dem „Nestwärme – natürlich mehr“-Programm übernehmen wir die Kosten bei Geburten außerhalb einer Klinik wie Hausgeburten sowie die Rufbereitschaft der Hebamme. Zusätzliche Angebote wie Kostenzuschuss für PEKiP und auch Schwangerschaftskurse in alternativen Bereichen z.B. Yoga, Tai-Chi, QiGong beinhaltet das Programm ebenfalls.

Welche externen Kooperationen, die Einfluss haben auf die Nachhaltigkeitsleistungen der BKK advita, werden noch von Ihnen gepflegt?

Pasternack: Genannt sei hier vor allem die Kooperation mit Grünkauf, denn zur eigenen Gesundheitsvorsorge gehört vor allem eine gesunde und ausgewogene Ernährung, möglichst mit unbehandelten, natürlichen Lebensmitteln. Als erste Kasse haben wir eine zukunftsweisende Idee innerhalb der Bonus- und Vorteilsprogramme in der Krankenkassenlandschaft umgesetzt: Ab Juli 2012 belohnen wir die gesunde Lebensweise unserer Versicherten mit einen Gutscheinsystem für den Einkauf von Bio-Produkten. Dies wird gemeinsam mit Grünkauf umgesetzt. So profitieren unsere Mitglieder neben den Vorteilen des Bonusprogrammes von den Vorteilen des Grünkauf-Punktesystems, das dem Payback-System vergleichbar ist.

Wie gehen Sie intern mit dem Thema Gesundheitsschutz um?

Pasternack: In der Primärprävention bieten wir Vorträge, zum Beispiel zum Thema gesunde Ernährung, an. Im Rahmen der jährlichen Tagung mit allen Mitarbeitern gibt es eine Vielzahl von Foren, die sich mit der Gesundheitsförderung oder ganzheitlichen Behandlungsansätzen beschäftigen. Zudem liegt uns daran, unseren Mitarbeitern ein abwechslungsreiches Angebot an gesundem Essen in den Pausen zu ermöglichen. Hierzu gibt es Absprachen mit Unternehmen in unmittelbarer Nähe der BKK. Rege in Anspruch genommen wird der für die MitarbeiterInnen in Alzey installierte Wasserspender. Beim Einkauf von Lebensmitteln, zum Beispiel für die Bewirtung, werden nur Produkte aus ökologischem Anbau oder fairem Handel gekauft. Über den Krankenkassenanteil hinaus bezuschusst die BKK advita ihren Mitarbeitern die Teilnahme an Gesundheitskursen während der Urlaubszeit, zum Beispiel im Rahmen der bio-fit-woche in den Biohotels. Die Zeitschrift „Schrot & Korn“ erhalten alle Kundencenter monatlich, um BKK advita Mitarbeitern Ökothemen näher zu bringen. Einmal im Jahr findet eine Mitarbeitertagung mit allen Mitarbeitern statt, die auch Workshops anbietet, die ein Gefühl für den grünen Lebensbereich näher bringen sollen.

Inwiefern werden Mitgliederwünsche und -anregungen berücksichtigt?

Kühne: Wir führen regelmäßig Mitgliederbefragungen durch: Hier werden Versicherte per Brief, vertraulich und anonym zu Themen wie Leistungsangebot, Mitgliederzeitschrift, Internetauftritt, Kundenzufriedenheit, Kundenservice, Bearbeitungszeit von Anträgen befragt. Die Auswertung findet in Zusammenarbeit mit dem BKK Landesverband Hessen statt. Hintergrund ist die optimale Ausrichtung des Kundenservices und der Mitgliederbindung. Darüber hinaus betreiben wir die systematische Auswertung von Anregungen bzw. Beschwerden.

Wie werden die Beziehungen zu lokalen Gruppen, Gremien und Vereinen gepflegt?

Kühne: Wir fördern beispielsweise eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen. Die Schwerpunkte der Förderung liegen an den Standorten unserer Kundencenter – so wurde zum Beispiel die Selbsthilfegruppe Frauen nach Krebs in Oberkochen gefördert. Am Standort der Hauptverwaltung in Alzey ist die BKK im örtlichen Verkehrsverein vertreten und unterstützt die innerstädtische Entwicklung des Regionalzentrums Alzey.

Inwiefern setzt sich Ihr Nachhaltigkeitsansatz auch in der Vergabe von Preisen fort?

Pasternack: Im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel am Arbeitsplatz gewinnen Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend an Bedeutung. Gerade in Zeiten von Burnout und Überbelastung müssen Unternehmen ihr Augenmerk auf ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement legen. Gesundheitsaktionismus im Rahmen betrieblicher Präventionsmaßnahmen greift hier zu kurz. Neue Ideen sind gefragt, mit denen Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern und zugleich einen Beitrag für die Umwelt leisten. Mit der Auslobung des Alternativen Gesundheitspreises zeichnete die BKK advita Unternehmen aus, die ökologisch motivierte Lösungsansätze für eine nachhaltige betriebliche Gesundheitsförderung offerieren. Dabei werden wir vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz unterstützt.

Weshalb engagiert sich Ihr Unternehmen in Branchenverbänden wie dem BdW – Beirat der Wirtschaft? Und welche Bedeutung hat die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen?

Pasternack: Netzwerke wie der Beirat der Wirtschaft ermöglichen es, gemeinsam gesellschaftspolitische Ziele zu verfolgen, einen nachhaltigen Erfahrungsaustausch zu pflegen und das Nachhaltigkeitsthema breit zu verankern. Daneben kooperieren wir auch mit der Wissenschaft: So wird derzeit die Wirksamkeit des Modellprojektes Biofeedback-Verfahren bei Spannungskopfschmerz und Migräne von der Philipps-Universität Marburg evaluiert. Zudem sind wir Kooperationspartner der Fachhochschule Rheinland-Pfalz im Rahmen der dualen Ausbildung für den Studiengang Betriebswirtschaftslehre.

Weshalb ist es wichtig, dass Unternehmen und Organisationen gesundheitsbezogene Daten und Kennzahlen regelmäßig ermitteln, analysieren, bewerten und in Form eines betrieblichen Gesundheitsberichtes dokumentieren?

Pasternack: Gesundheitsberichte sind wichtig, damit zukünftige Maßnahmen immer auf den Status Quo abgestimmt werden können – zum Beispiel die mit dem demografischen Wandel einhergehende Steigerung der Anzahl älterer Mitarbeiter muss natürlich auch mit gesundheitsfördernden Maßnahmen und Arbeitsbedingungen einhergehen. Darüber hinaus können mit der Dokumentation Erfolge der eingesetzten Maßnahmen beurteilt werden. Hier gibt es Gesundheitszirkel, die z.B. bei Misserfolgen oder der Verschlechterung der körperlichen oder seelischen Verfassung mit den betroffenen Mitarbeitern reden und gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.

Das Interview führte Dr. Alexandra Hildebrandt, Wirtschafts- und Nachhaltigkeitsexpertin sowie seit 2010 Nachhaltigkeitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)

Foto: Norbert Pasternack, Vorstand BKK advita