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Deutsche Bank: bei Kulturwandel der Finanzindustrie vorne

Frankfurt/Main (afp) – Mit Blick auf die Verwicklung von Mitarbeitern der Deutschen Bank in den kürzlich bekanntgewordenen Skandal um die Manipulation von Interbanken-Zinsen kündigte die Deutsche Bank an, künftig die Unternehmenskultur ändern zu wollen. „Die Deutsche Bank bekennt sich dazu, beim Kulturwandel in der Finanzindustrie in der vordersten Reihe zu stehen“, erklärte der Konzern. Dazu wolle die Bank ihre Vergütungsgrundsätze überprüfen – sowohl was die absolute Höhe von Bezügen angehe wie auch mit Blick auf die Ausgewogenheit von Bezügen für Mitarbeiter und Ausschüttungen an Aktionäre.

Aufsichtsrat-Chef Paul Achleitner erklärte in einem Brief an die Belegschaft, dass in den Zinsskandal nach unternehmensinternen Untersuchungen „eine begrenzte Zahl von Mitarbeitern“ verwickelt ist. Nach derzeitigem Stand sei aber kein derzeitiges oder früheres Vorstandsmitglied des Instituts beteiligt gewesen. Bisher hatte sich in die Bank in der Angelegenheit offiziell nicht geäußert.

Neben der eigenen Aufarbeitung der Deutschen Bank läuft bei dem Institut derzeit auch eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht BaFin in Zusammenhang mit dem Zinsskandal, in dessen Zentrum die britische Großbank Barclays steht. In der Affäre geht es um die Manipulation des britischen Zinssatzes Libor, zu dem in Großbritannien Banken anderen Instituten Geld leihen, und des europäischen Interbanken-Zinses Euribor. Die Zinssätze werden auf Grundlage der Angaben von Banken berechnet. Dabei sollen Institute falsche Angaben gemacht haben, um Vorteile zu erlangen.

Zudem kämpft die Deutsche Bank mit einem milliardenschweren Sparprogramm und dem Abbau von fast 2000 Stellen gegen schrumpfende Gewinne an. Insgesamt sollen 1900 Arbeitsplätze wegfallen, allein 1500 davon im Investmentbanking, teilte die Deutsche Bank am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Der Konzern wolle drei Milliarden Euro einsparen, der angekündigte Stellenabbau solle hierzu mit rund 350 Millionen Euro beitragen.