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MSC-Siegel für alle Clearwater Seafood Hauptprodukte

Der kanadische Anbieter von Meeresfrüchten, die Clearwater Seafood Inc., hat für ihr gesamtes Hauptproduktsegment das Siegel der Marine Stewardship Council (MSC) erhalten. Clearwater gehört zu den größten Fang- und Handelsunternehmen für Meeresfrüchte mit einem Verkaufsvolumen von mehr als 300 Millionen US-Dollar. Trotz negativer Meldungen der jüngsten Vergangenheit hat das MSC-Logo für Verbraucher an Bedeutung gewonnen.

Bedford (csr-news) > Der kanadische Anbieter von Meeresfrüchten, die Clearwater Seafood Inc., hat für ihr gesamtes Hauptproduktsegment das Siegel der Marine Stewardship Council (MSC) erhalten. Clearwater gehört zu den größten Fang- und Handelsunternehmen für Meeresfrüchte mit einem Verkaufsvolumen von mehr als 300 Millionen US-Dollar. Trotz negativer Meldungen der jüngsten Vergangenheit hat das MSC-Logo für Verbraucher an Bedeutung gewonnen.

Mit ihrer jüngsten Zertifizierung für die Tiefwasser-Muschel Hokkiagi konnte Clearwater seine MSC-Zertifizierungsreihe für alle angebotenen Schalentiere abschließen. Die Fischerei der Tiefwasser-Muschel ist weltweit die erste ihrer Art, die mit dem MSC-Siegel ausgezeichnet wurde. „Die Zertifizierungen für Hokkigai Muschel und die Nova Scotia Schneekrabbe stärken unsere führende Rolle auf dem Markt. Durch sie erfüllt sich unser Ziel, der erstklassige Anbieter von wilden Meeresfrüchten zu sein“, sagte Ian Smith, CEO von Clearwater. Die Muschel wir ganzjährig in Banquereau Bank östlich vor der Küste Nova Scotias und auf der Grand Bank vor der Küste Neufundlands und Labradors gefischt. Sie werden hauptsächlich in Japan und China vertrieben. Im Rahmen der Zertifizierung wurden die Fischereipraktiken hinsichtlich der MSC-Anforderungen Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Managementpraktiken untersucht. „Wir sind extrem stolz darauf, dass die beiden Fischereien das MSC-Siegel tragen. Es ist ein bedeutender Meilenstein für unser Unternehmen sowie für unsere Absatzmärkte“, erklärte Christine Penney, Vizepräsidentin für Sustainability und Public Affairs von Clearwater. „Clearwater hat sich den nachhaltigen Fischereipraktiken verpflichtet. Diese Praktiken wurden offiziell in einem unabhängigen Verfahren bestätigt. Wir sind jetzt der größte Anbieter von MSC-Zertifizierten Schalentieren weltweit“. „Es ist mir eine große Freude die Fischerei für die Hokkigai Muschel und die Fischerei für die Schneekrabbe in Nova Scotia in unserem Programm begrüßen zu dürfen“, erklärte Kerry Coughlin, Regionaldirektor von MSC für Nord- und Südamerika, dazu. „Die Nachfrage nach international anerkannten Meeresfrüchteprodukten, die von unabhängigen Zertifizierern geprüft und gekennzeichnet wurden, steigt weltweit. Wir freuen uns, dass ab sofort die Produkte aus diesen Fischereien das unverwechselbare MSC-Ökosiegel tragen werden“.

Tatsächlich gewinnt Nachhaltigkeit als Kaufkriterium beim Fischeinkauf zunehmend an Bedeutung, wie eine aktuelle Studie der AMR Marketing Research ergeben hat. Verbraucher in zehn Ländern wurden zu ihrem Einkaufsverhalten befragt. Vor allem der deutsche Verbraucher scheint für nachhaltigen Fischfang sensibilisiert zu sein. Immerhin ist das MSC-Siegel hierzulande bei 55 Prozent der Konsumenten bekannt, der weltweit höchste Wert. In allen zehn Ländern schreiben Verbraucher unabhängigen Siegeln zu ökologischen oder sozialen Aspekten eine wachsende Bedeutung zu. In Deutschland glaubt jeder zweite Befragte, dass unabhängige Prüfzeichen ein wirkungsvolles Instrument zur Reduzierung ökologischer und sozialer Probleme sind, und schenkt Produkten, die mit solchen Siegeln gekennzeichnet sind, mehr Vertrauen als Produkten ohne Siegel. Das wachsende Vertrauen in unabhängige Siegel spiegelt sich auch in den Angaben der Befragten zum Fischeinkauf wider. Beeindruckend ist das ausgeprägte Bewusstsein der in Deutschland befragten Verbraucher: Mehr als die Hälfte nehmen Überfischung als sehr ernst zu nehmendes Thema wahr und sehen im Kauf von nachhaltigen Produkten eine Lösung, Fischbestände für zukünftige Generationen zu bewahren. Weitere  27 Prozent der Befragten geben an, Fisch und Meeresfrüchte ausschließlich aus nachhaltigen Quellen zu kaufen, unabhängig von Preis oder Qualität, und sind sogar bereit, in ein anderes Geschäft zu gehen, wenn das gewünschte Produkt nicht erhältlich ist.

Damit scheint das MSC relativ unbeschadet die Vorwürfe der ZDF-Sendung Frontal21 im, Frühjahr dieses Jahres, überstanden zu haben. Das ZDF bezieht seine Vorwürfe u.a. aus einer Studie des Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Die Forscher haben festgestellt, dass knapp 30 Prozent der durch die Gütesiegel MSC oder FOS zertifizierten Fischprodukte aus überfischten Beständen stammen. „Nur etwa die Hälfte der MSC-zertifizierten Produkte stammte aus nachweislich gesunden Beständen mit angemessen niedrigem Fischereidruck. Etwa ein Drittel der zertifizierten Fischbestände war zu klein und wurde gleichzeitig zu hart befischt. Die übrigen Bestände waren entweder zu klein, zu hart befischt oder es lagen keine belastbaren Informationen vor“, fasst Autor Froese die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. Kritik üben die Forscher vor allem an der Zugänglichkeit von relevanten Informationen. Bei 11 (MSC) bzw. 53 Prozent (FOS) der zertifizierten Bestände lagen keine oder nur unzureichende Angaben vor, sodass keine verwertbaren Aussagen beispielsweise über die Bestandsgröße getroffen werden konnten. Auch gibt es Zweifel an der Unabhängigkeit von eingesetzten Gutachtern, die Fischereien zertifizieren. Diese werden nämlich von den Fischerei-Unternehmen bezahlt. Darüber hinaus finanziert sich beispielsweise MSC nicht allein aus Spenden, sondern auch über den Erlös von Lizenzgebühren für zertifizierte Produkte. Die Einnahmen des MSC steigen also mit der Zahl der zertifizierten Bestände.“Die Zertifizierer müssen ihre Kriterien verschärfen und dann auch einhalten. Überfischten Beständen muss das Siegel entzogen werden“, fordert Rainer Froese. Das MSC wies die Vorwürfe als unbegründet zurück: „Alle MSC-zertifizierten Fischereien haben in einer unabhängigen Bewertung gezeigt, dass ihre Bestände groß genug sind, um die fischereilichen Aktivitäten zu stützen und dass ihre Tätigkeiten der Meeresumwelt keine irreparablen Schäden zufügen“.

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