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Wutbürger-Barometer: Diese Themen erhitzen die Gemüter

Seit den Protesten gegen den Bau des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs, gehört der „Wutbürger“ zum allgemeinen Sprachgebrauch. Aber was bringt die Deutschen eigentlich auf die Palme. Die Kommunikationsagentur Faktenkontor und der Marktforscher haben es untersucht und festgestellt, Hauptaufreger sind Themen mit gesellschaftspolitischem Bezug, allerdings ticken Männer und Frauen völlig unterschiedlich.

Hamburg (csr-news) > Seit den Protesten gegen den Bau des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs, gehört der „Wutbürger“ zum allgemeinen Sprachgebrauch. Aber was bringt die Deutschen eigentlich auf die Palme. Die Kommunikationsagentur Faktenkontor und der Marktforscher haben es untersucht und festgestellt, Hauptaufreger sind Themen mit gesellschaftspolitischem Bezug, allerdings ticken Männer und Frauen völlig unterschiedlich.

Während bei Frauen die Umweltzerstörung oder Gentechnologie zu den wichtigen Angst- und Aufregerthemen gehören, fühlen sich Männer schneller in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. So stören sie sich beispielsweise am Alkoholverbot in der Öffentlichkeit (48 Prozent), dem Rauchverbot in Kneipen und Restaurants (40 Prozent) oder der Internetzensur (69 Prozent). Frauen dagegen stören sich zu 68 Prozent an der Gentechnologie, an Müllverbrennungsanlagen (37 Prozent) oder allgemein an größeren Neubauvorhaben (29 Prozent). Uneinig sind sich die Geschlechter auch bei der Frauenquote. Während mit 54 Prozent die Mehrheit der Männer dagegen stimmt, ist die gesetzliche Quotenregelung nur für 34 Prozent der Frauen ein Stein des Anstoßes.

Zu den ganz großen Themen gehört die Praxisgebühr. Auch acht Jahre nach ihrer Einführung führt sie die Hitliste an, für immerhin 85 Prozent des Deutschen ist sie das Wutthema Nummer eins. Zu den Dauerbrennern gehören auch millionenschwere Bonuszahlungen für Manager, mit 81 Prozent Platz zwei der Wutthemen. Schon leicht abgeschlagen folgt die aktuelle Eurokrise, vor allem die Befürchtung, dass die Rettungsmaßnahmen Einfluss auf die nationale Finanzstabilität haben. Im Detail zeigen sich auch noch regionale Unterschiede. Im Ländervergleich haben die Befragten in Sachsen und Thüringen mit 19 von 50 Themen besonders viele Aufreger. Hamburg ist dagegen deutlich gelassener. Nur die stärkeren Grenzkontrollen (40 Prozent) und Hochspannungsleitungen (41 Prozent) gehen den Norddeutschen auffallend gegen den Strich.

Wutbürger Barometer 2012

  1. Praxisgebühr (85%)
  2. Managerboni (81%)
  3. Stärkung der EU zulasten Deutschlands (79 %)
  4. Politiker-Diäten (77 %)
  5. Solidaritätszuschlag (76 %)
  6. Rente mit 67 (73 %)
  7. Schuldenunion in der EU (73%)
  8. Tierversuche zu Forschungszwecken (72%)
  9. Atomkraft (70%)
  10. Personalisierte Werbung im Internet (69%)