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Branchenreport: Nachhaltigkeitsherausforderungen der Energieversorger

Die Energiewende ist eingeleitet, nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern ist der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossene Sache. Trotzdem ist der Strombedarf vor allem der Industrienationen ungebrochen. Für die Branche der Energieversorger (EVU) bedeutet dies große Herausforderungen und Umbrüche. Der neue Report der Schweizer Bank Sarasin wirft einen Blick in die Branche.

Zürich (csr-news) > Die Energiewende ist eingeleitet, nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern ist der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossene Sache. Trotzdem ist der Strombedarf vor allem der Industrienationen ungebrochen. Für die Branche der Energieversorger (EVU) bedeutet dies große Herausforderungen und Umbrüche. Der neue Report der Schweizer Bank Sarasin wirft einen Blick in die Branche.

2010 lag die Zunahme des globalen Energieverbrauchs bei 5,6 Prozent, seit 1973 hat es keinen so hohen jährlichen Anstieg mehr gegeben. Vor allem der Energiehunger aufstrebender Wirtschaftsnationen wie beispielsweise China macht sich deutlich bemerkbar. Ebenfalls 2010 hat China erstmals die USA als größter Energieverbraucher der Welt überholt. Dabei zeigt sich, Energieeffizienz ist das Thema der Zukunft, bislang fand die Entkoppelung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum nur sehr ungenügend statt. Zwar haben sich BIP und Energieverbrauch in den letzten Jahrzehnten leicht voneinander gelöst, die Entwicklung verläuft aber nach wie vor linear.

Für die Energieversorger bedeutet dies, neue Geschäftsmodelle müssen her. Investitionen in moderne, umweltfreundliche Stromerzeugungstechnologien stehen im Zentrum. Proaktive EVU sammeln wichtige Erfahrungen mit erneuerbaren Energien. Steigende Investitionen in die Forschung und Entwicklung haben den Wirkungsgrad der verschiedenen Technologien in diesem Bereich enorm verbessert. In Zukunft wird die gesamte Energieverteilung verstärkt im Fokus stehen. Diese muss neu organisiert und „intelligenter“ gestaltet werden. Das konventionelle Netz braucht neueste Komponenten aus der Kommunikations-, Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik. Damit können Netzzustände in Echtzeit erfasst und gesteuert werden, so können z. B. gewisse Lastspitzen gekappt werden. In diesem Zusammenhang kommt auch der Energiespeicherung eine wichtige Rolle innerhalb des Netzumbaus zu – ohne geeignete Speichermöglichkeiten geht ansonsten der Strom verloren. Die Entwicklung solcher Speichertechnologien auf Netzebene ist folglich ein essenzieller Teil des intelligenten Netzes der Zukunft. Allein der Markt für intelligente Netztechnologien soll sich gemäß der Internationalen Energie Agentur IEA bis 2030 nahezu verfünffachen.

Was bedeutet dies für die Nachhaltigkeitsherausforderungen der EVU. Im Vergleich zu anderen Industriesektoren sind die ökologischen Risiken deutlich größer. Sarasin zieht für die Beurteilung der Unternehmen vor allem den Stromerzeugungsmix zurate. Insgesamt wird die Branche aufgrund beispielsweise hoher CO2-Emissionen oder dem Verbrauch fossiler Energieträger als relativ wenig nachhaltig bewertet. Dennoch unterscheiden sich die einzelnen Unternehmen teilweise erheblich. Im Ranking der 183 untersuchten EVU wurden die ökologischen Kriterien mit 70 Prozent deutlich höher gewichtet als soziale Aspekte. Insgesamt wurden 63 Unternehmen als nachhaltig eingestuft (darunter EDP Renovaveis, Verbund, Repower, Enel Green Power, EVN, EDP und Calpin), immerhin 50 wurden aufgrund eines zu hohen Anteils an Kernenergie ausgeschlossen, darunter auch die deutschen Schwergewichte RWE, E.on und EnBW. Bei einem Perfomancevergleich der Unternehmen zeigt sich ein deutlicher Rendite-Vorteil der Unternehmen mit nur sehr geringem oder gar keinem Anteil an Atomstrom.

Interessanterweise schneiden die hier ausgeschlossenen Unternehmen auch beim Vertrauen der Konsumenten schlechter ab. Nach einer aktuellen Untersuchung der Beratungsgesellschaft Batten & Company trauen die Deutschen den hiesigen EVU die Energiewende nicht zu. Größeres Vertrauen bei Energiefragen genießen vor allem Industrieunternehmen wie Siemens Bosch und Philips. Tatsächlich können sich demnach fast 60 Prozent der Verbraucher vorstellen, ihren Strom auch von Unternehmen zu beziehen, die ursprünglich keine Energieversoger sind.

Der Branchenreport „Energieversorger – neue Herausforderungen durch Energiewende“  kann gegen eine Schutzgebühr vom Bankhaus Sarasin bezogen werden.

Die „Energiestudie 2012“ von Batten & Company steht auf der Website zum Download bereit.

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