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EU-Länder im Süden und Osten mit massiven Müllproblemen

Brüssel (afp) – Zahlreiche Länder im Süden, Osten und Südosten der EU haben massive Probleme bei der Vermeidung von Abfall und der Müllentsorgung. Wie die Umweltkommissar Janez Potocnik am Dienstag unter Berufung auf eine entsprechende Untersuchung der EU mitteilte, hinken unter anderem Bulgarien, Malta, Lettland, Rumänien und Zypern hinterher, aber auch Italien, Polen und die Tschechische Republik. Am problematischsten sei die Lage in Griechenland.

In den Ländern gebe es nur schlechte oder gar keine Strategien zur Abfallvermeidung, erklärte Potocnik. Auch bestünden dort kaum Anreize zum Verzicht auf Mülldeponien, und die Entsorgungssysteme insgesamt seien unzulänglich.

Am besten im Vergleich der Abfallstrategien schnitt Österreich ab, wie die EU-Kommission mitteilte. Deutschland liegt den Angaben zufolge unter den 27 Mitgliedsländern auf Platz vier – nach den Niederlanden und Dänemark sowie vor Schweden. Diese Länder verfügten allesamt über „umfassende Müllabfuhrsysteme und lagern weniger als fünf Prozent ihrer Abfälle auf Deponien ab“, teilte die EU-Kommission mit. Die Recyclingsysteme seien ausgefeilt, die Kompostierung leistungsstark.

Die EU-Kommission wolle nun „Fahrpläne für die zehn leistungsschwächsten Mitgliedstaaten“ aufstellen, erklärte der EU-Kommissar. Am 19. September sollen diese Pläne dann demnach in Prag mit nationalen Behörden erörtert werden. Die EU wolle ihre Strukturfondsmittel stärker auf die Abfallpolitik ausrichten. Würde das EU-Abfallrecht vollständig umgesetzt, könnten jährlich 72 Milliarden Euro eingespart werden. Gleichzeitig könnten im Abfall- und Recyclingsektor 400.000 Arbeitsplätze entstehen.