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Bankgeschäften mit dem Iran: Standard Chartered wehrt sich gegen Kritik

London (afp) – Die britische Bank Standard Chartered (SCB) hat sich gegen die aus ihrer Sicht „ungenauen“ Vorwürfe der US-Aufsichtsbehörden bezüglich ihrer Geschäfte mit dem Iran gewehrt. Es gebe viele Vorwürfe, welche die Bank nicht anerkenne und nicht verstehe, zumal viele faktisch ungenau seien, sagte der Vorstandsvorsitzende Peter Sands am Mittwoch in London. Der Gewinn aus den Geschäften mit dem Iran betrage entgegen den Behauptungen der New Yorker Aufsichtsbehörde DFS nur einige „dutzend Millionen Dollar“.

Für den angedrohten Entzug der Banklizenz gebe es keine Grundlage, sagte Sands. Die Vorwürfe der DFS würden „eindeutig und erheblich“ dem Ansehen der Bank Schaden zufügen. Die Bank hatte bereits am Dienstag die Vorwürfe zurückgewiesen. Der Aktienkurs der SCB, der am Dienstag infolge der Vorwürfe zunächst dramatisch abgestürzt war, erholte sich am Mittwoch wieder etwas.

Die DFS hatte der SCB am Montag vorgeworfen, über mindestens zehn Jahre Transaktionen mit dem Iran im Wert von rund 250 Milliarden Dollar systematisch verheimlicht zu haben. Im Zuge der Geschäfte habe sie Kommissionen im Gesamtwert von mehreren hundert Millionen Dollar erhalten. Bei den Transaktionen soll es sich vor allem um Währungsgeschäfte mit iranischen Großbanken handeln, die unter US-Sanktionen stehen. Standard Chartered erwirtschaftet 90 Prozent seines Gewinns in Afrika, Asien und dem Nahen Osten.