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Auch Landesbank Berlin steigt aus Agrarrohstoff-Spekulation aus

München (afp) – Nach anderen Banken steigt auch die Landesbank Berlin (LBB) aus der Spekulation auf Nahrungsrohstoffe aus. „Nach einem Beschluss der Geschäftsführung werden diese Papiere bis Ende September sukzessive reduziert“, sagte ein Unternehmenssprecher der „Süddeutschen Zeitung“ vom Freitag. Das Tochterinstitut LBB Invest hat demnach einen einstelligen Millionenbetrag in Agrarrohstoff-Anlagen investiert. Mit solchen Fonds können Anleger auf die Preisentwicklung bei Agrarrohstoffen wetten.

Im Frühjahr hatte die DekaBank als Fondstochter der Sparkassen angekündigt, entsprechende Geldanlagen nicht mehr anbieten zu wollen. Die LBB ist an der DekaBank beteiligt: Nach deren Angaben besitzen der Sparkassenverband Berlin und die LBB zusammen einen Anteil von 1,90 Prozent. Auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will voraussichtlich bis Ende des Jahres aus dem Geschäft aussteigen. Laut der Verbraucherorganisation Foodwatch verabschiedet sich auch die Commerzbank aus der Spekulation auf Lebensmittel-Rohstoffe – die Bank selber hat dies aber bislang nicht bestätigt.

Umweltschützer und Entwicklungshilfe-Organisationen kritisieren Finanzanbieter schon seit längerem wegen Investmentprodukten im Zusammenhang mit Agrarrohstoffen. Sie machen diese Finanzprodukte für starke Preisschwankungen und Preisanstiege bei den Rohstoffen verantwortlich. Dadurch seien Lebensmittel in vielen Ländern in den vergangenen Jahren zeitweise teils deutlich teurer geworden.