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Altmaier dringt bei Energiewende auch auf Rücksicht auf Naturschutz

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) dringt darauf, bei der Umsetzung der Energiewende auch die Belange des Naturschutzes zu beachten. Der Minister verwies auf erfolgversprechende Versuche, das lärmintensive Rammen von Fundamenten für die rund 150 Meter hohen Windräder durch leiseres Bohren zu ersetzen. Erwogen wird auch, Windräder auf Pontons zu verankern.

Friedrichskoog (afp) – Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) dringt darauf, bei der Umsetzung der Energiewende auch die Belange des Naturschutzes zu beachten. „Wir wollen die Energiewende, um unseren Planeten zu schützen, aber wir müssen es so machen, dass auch die Tiere nicht zu sehr beeinträchtigt werden“, sagte Altmaier am Sonntag beim Besuch der Seehundstation Friedrichskoog in Schleswig-Holstein. Altmaier informierte sich dort auch über Gefahren des beim Bau von Offshore-Windparks entstehenden Lärms, besonders für Schweinswale.

„Wir müssen hier dringend Lösungen finden“, sagte Altmaier. „Wir sind stolz auf unsere Tierwelt, und wir wollen sie schützen.“ Der Minister verwies auf erfolgversprechende Versuche, das lärmintensive Rammen von Fundamenten für die rund 150 Meter hohen Windräder durch leiseres Bohren zu ersetzen. Erwogen wird auch, Windräder auf Pontons zu verankern. Generell sprach er sich für einen Ausgleich der Belange von Energiewende und Naturschutz aus. Es gebe hierfür gute Konzepte – „Mir liegt daran, dass sie umgesetzt werden“.

Durch das laute Rammgeräusch können Schweinswale Hörschäden davontragen, die etwa dazu führen können, dass Muttertiere ihre Jungen nicht mehr erkennen. In den Seegebieten vor der deutschen Nordseeküste leben etwa 55.000 Schweinswale.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte kürzlich dafür geworben, bei der Umsetzung der Energiewende auch Abstriche beim Naturschutz in Kauf zu nehmen. Er hatte dies besonders auf den Ausbau von Stromnetzen bezogen.