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IG Metall fordert altersgerechte Arbeitsplätze

Nach Aussagen der IG Metall sind altersgerechte Arbeitsplätze in den Betrieben Mangelware. Dies belegt eine Umfrage die unter 3700 Betriebsratsvorsitzenden durchgeführt wurde. Demnach sind in den Betrieben rund 3,8 Prozent der Beschäftigten über 60 Jahre alt und nur ein Prozent hat bereits das 63. Lebensjahr überschritten. Die Gründe dafür liegen nach Einschätzung der Betriebsräte vor allem an den Arbeitsbedingungen.

Berlin (csr-news) > Nach Aussagen der IG Metall sind altersgerechte Arbeitsplätze in den Betrieben Mangelware. Dies belegt eine Umfrage die unter 3700 Betriebsratsvorsitzenden durchgeführt wurde. Demnach sind in den Betrieben rund 3,8 Prozent der Beschäftigten über 60 Jahre alt und nur ein Prozent hat bereits das 63. Lebensjahr überschritten. Die Gründe dafür liegen nach Einschätzung der Betriebsräte vor allem an den Arbeitsbedingungen.

Fast 80 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Beschäftigten das gesetzliche Rentenalter nicht gesund erreichen können. Nicht einmal jedes dritte Unternehmen betreibt eine mittelfristige Personalplanung, die den demografischen Wandel berücksichtigt. „Unter solchen Bedingungen auf der Rente ab 67 zu beharren oder öffentlich über weitere Anhebungen der Regelaltersgrenzen zu spekulieren, ist im eigentlichen Wortsinn „A-sozial“ und verantwortungslos“, sagte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Sozialexperte der IG Metall. „Hier gibt es eine eklatante Diskrepanz zwischen öffentlicher Debatte und betrieblicher Praxis“. Die Befragung belegt auch, dass es in 92 Prozent der Betriebe „selten“ oder „nie“ Maßnahmen zur altersgerechten Arbeitsgestaltung gibt. Nur in drei Prozent der Unternehmen gibt es ausreichende Qualifizierungsangebote für Ältere. Zugleich fehlen für diejenigen, die nicht mehr können oder wollen, Möglichkeiten, zu fairen Bedingungen aus dem Erwerbsleben auszuscheiden: Nur jeder fünfte Betrieb bietet ausreichend Angebote für einen flexiblen Ausstieg wie etwa Altersteilzeit. Insgesamt fühlen sich die befragten Betriebsräte angesichts der Herausforderungen des demografischen Wandels von ihren Unternehmensleitungen allein gelassen. Initiativen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, gingen in fast 90 Prozent von Betriebsräten und Belegschaften aus.

Die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie „Gesamtmetall“ weisen die Vorwürfe als irreführend und überflüssig zurück. „Wir haben mit der IG Metall vernünftige tarifpolitische Weichen für eine ausgewogene und flexible Gestaltung der Rente mit 67 gestellt, um den differenzierten Anforderungen der Betriebe und Beschäftigten gerecht zu werden“, teilte der Verband mit und forderte die Gewerkschaft auf, sich einer gemeinsamen Verantwortung zu stellen, und nicht mit unseriösen Zahlen Zukunftsängste zu schüren. Nach Ansicht von Gesamtmetall hat sich der Anteil älterer Mitarbeiter (60+) nämlich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Der insgesamt noch niedrige Grad der Beschäftigung älterer Mitarbeiter liege nicht an den Arbeitsbedingungen in der Industrie, sondern sei das Ergebnis früherer Vorruhestandsprogramme. Diese vom Gesetzgeber ausdrücklich hierfür vorgesehenen und damals gemeinsam von den Sozialpartnern getragenen Programme zur Altersteilzeit hatten in der Vergangenheit das Ziel, älteren Beschäftigten Wege aus dem Arbeitsmarkt zu ebnen, um Arbeitsplätze für junge Mitarbeiter verfügbar zu machen. Inzwischen sei es aber gelungen, einen Mentalitätswandel einzuleiten, der nicht wieder umgekehrt werden dürfe, betonte Gesamtmetall.

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