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Lonmin-Vize spricht sich gegen Entlassung streikender Arbeiter aus

Johannesburg (afp) – Nach dem tödlichen Polizeieinsatz gegen Streikende der südafrikanischen Platinmine Marikana hat sich der Vize-Präsident der Betreiberfirma Lonmin gegen die Entlassung von Arbeitern ausgeprochen, die weiter streiken. „Ich glaube nicht, dass es zur Stabilisierung der Situation beiträgt, wenn Lonmin Fristen und Ultimaten setzt und sagt, wir werden jeden entlassen, der nicht zur Arbeit kommt“, sagte Mark Munroe am Dienstag dem Radiosender 702.

Zuvor hatte der Generalsekretär der südafrikanischen Präsidentschaft, Collins Chabane, gefordert, das Ultimatum auszusetzen, bis alle 34 Opfer des Polizeieinsatzes am Donnerstag identifiziert und beerdigt seien. Lonmin hatte am Montag den 3000 streikenden Arbeitern ein Ultimatum bis Dienstagmorgen um 07.00 Uhr gesetzt, um ihren illegalen Streik zu beenden. Die Firma drohte ihnen andernfalls mit Entlassung. Zugleich rief sie die anderen 25.000 Arbeiter auf, die Arbeit wiederaufzunehmen.

Am Montag lief die Arbeit in der Platinmine langsam wieder an. Eine Sprecherin der Betreiberfirma teilte am Dienstag mit, es sei rund ein Drittel der Arbeiter zur Arbeit erschienen. Noch immer waren sechs der Toten nicht identifiziert. Am Donnerstag soll offiziell der Opfer gedacht werden, die beim Einsatz der Polizei gegen eine bewaffnete Menge streikender Arbeiter getötet worden waren. Während die Polizei von „legitimer Selbstverteidigung“ sprach, warfen Kritiker ihr einen unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt vor.