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Allianz prüft Zusammenarbeit mit Privatdetektiven

Berlin (afp) – Nach einem Datenleck überprüft der Versicherer Allianz seine Zusammenarbeit mit Detektiven. Das Unternehmen verschärfe nun die Anforderungen an externe Dienstleister, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der „Financial Times Deutschland“. Die Allianz reagiert damit auf einen Fall, in dem ein Ermittler Versicherungsunterlagen weiter gegeben hatte.

Es ist in der Versicherungsbranche üblich, externe Ermittler prüfen zu lassen, ob die Versicherung bei einer Schadensmeldung betrogen werden soll. „Sie brauchen externe Ermittler um die Fälle zu klären. Die können wir als Versicherer nicht alle selbst vorhalten,“ erklärte der Allianz-Sprecher.

Die Detektive erhalten demnach meist gedruckte Akten. Nur in Einzelfällen verschicke das Unternehmen auch mal elektronisch Informationen. „Sensible Daten verschicken wir niemals elektronisch“, sagte der Sprecher. Das vereinfache die Kontrolle des späteren Umgangs mit den Unterlagen.

Der „FTD“ waren unter anderem Strafanzeigen, Ermittlungsakten von Polizei und Staatsanwaltschaften, Bankdaten und eine Asylbescheinigung zugespielt worden. In den Papieren würden die Klarnamen von beteiligten, aber auch unbeteiligten Personen verwendet, schreibt das Blatt.

Der Datenschutz-Beauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, sagte der „FTD“: „Grundsätzlich dürfen Daten nicht an Externe weitergegeben werden, im Einzelfall kann es aber Ausnahmen geben.“ Ein konkreter Verdacht auf Versicherungsbetrug sei eine davon. Ob eine Ausnahme vorliegt, kann jedoch jede Versicherung erst einmal selbst entscheiden. Die Datenschutz-Behörden können die Entscheidung dann beanstanden und abändern.

Die Allianz lässt laut „FTD“ allein im Bereich Sachversicherungen 1000 Fälle pro Jahr von Detektiven überprüfen. Insgesamt arbeitet der Konzern mit mindestens 13 Detekteien zusammen. Nach der Panne will die Allianz Konsequenzen ziehen: „Wir werden strukturierte Qualitäts-Audits einführen und die Zahl der Ermittler, mit denen wir zusammenarbeiten, weiter reduzieren“, sagte der Sprecher. Außerdem prüfe das Unternehmen, ob in die Vereinbarungen mit den Detekteien Vertragsstrafen eingebaut werden können. Allerdings könne man sich nie zu 100 Prozent gegen den kriminellen Missbrauch von Daten schützen.