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Bundesregierung veröffentlicht Engagementbericht

„Bürgerschaftliches Engagement gehört zum harten Kern einer modernen Gesellschaftspolitik“, schreibt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder im Vorwort des ersten Engagementberichts. Auf mehr als 1000 Seiten wird unter dem Titel „Für eine Kultur der Mitverantwortung“ über bürgerschaftliches Engagement berichtet, Schwerpunkt ist das Engagement von Unternehmen.

Berlin (csr-news) > „Bürgerschaftliches Engagement gehört zum harten Kern einer modernen Gesellschaftspolitik“, schreibt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder im Vorwort des ersten Engagementberichts. Auf mehr als 1000 Seiten wird unter dem Titel „Für eine Kultur der Mitverantwortung“ über bürgerschaftliches Engagement berichtet, Schwerpunkt ist das Engagement von Unternehmen.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichtes sind: Fast zwei Drittel aller deutschen Unternehmen (64 Prozent) engagieren sich bürgerschaftlich, bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind es sogar 96 Prozent. Das Volumen des Unternehmensengagements entspricht einem finanziellen Gegenwert von jährlich mindestens elf Milliarden Euro. Gemessen am Umsatz engagieren sich kleine Unternehmen stärker als Großunternehmen. Bevorzugt werden Geldspenden (8,5 Milliarden Euro), doch auch mit Produkt- und Sachspenden (1,5 Milliarden Euro) oder mit unentgeltlicher Überlassung der Infrastruktur (900 Millionen Euro) unterstützen die Unternehmen Vereine, Verbände, soziale Einrichtungen oder Stiftungen. Die Unternehmen konzentrieren sich dabei auf ihr direktes lokales und regionales Umfeld und fördern besonders den Bereich Erziehung, Kindergärten und Schulen (75 Prozent) sowie Freizeitaktivitäten und Sport (68 Prozent). Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) bezeichnete das Engagement als robust. Hüther: „Der Großteil der Unternehmen engagiert sich mittelfristig und macht das Engagement nicht von konjunkturellen Gegebenheiten abhängig“. Hüther hat als Vorsitzender der Sachverständigenkommission wesentlich an der Entstehung des Berichts mitgewirkt. Der Impuls basiert auf einem Beschluss des Bundestags aus dem Jahre 2009. Danach sollte die Bundesregierung mindestens einmal pro Legislaturperiode einen Bericht über bürgerschaftliches Engagement vorlegen.

Rund 4400 Unternehmen wurden vom IW befragt und deren Antworten aus sozialwissenschaftlicher und ökonomischer Sicht ausgewertet. Der Bericht zeigt die Logik und Mechanismen der Wirtschaft auf, denen Unternehmen in ihrem Engagement unterworfen sind, und bringt dadurch neue Erkenntnisse für eine zielgenaue Kooperation und Förderung. „Neben Staat und Zivilgesellschaft spielen die Unternehmen bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen eine herausragende Rolle. Deshalb werden wir die Empfehlung der Kommission aufgreifen, die Unternehmen durch Anlaufstellen im Rahmen unserer strategischen Partnerschaften mit der Wirtschaft zu unterstützen“, so Schröder. Gleichwohl ermahnt AWO-Chef Wolfgang Stadler, dass, „bei aller Freude über engagierte Unternehmen“, bürgerschaftliches Engagement vom Staat nicht dazu missbraucht werden darf, sich aus seiner sozialen Verantwortung zu stehlen. Stadler: „Wenn die Bundesregierung auf eine Zusammenarbeit mit Unternehmen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements setzt, darf damit kein weiterer Rückzug aus der Verantwortung und Finanzierung der Bundesregierung eingeläutet werden“.