Nachrichten

Kosten für CO2-Handel vertreiben Firmen nicht aus Europa

Frankfurt/Mannheim (afp) – Die Kosten für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid vertreiben Unternehmen einer Studie zufolge nicht aus Europa. Bei der Wahl von Standorten spielen nur für 13 Prozent der in Deutschland aktiven Firmen die Kosten der klimapolitischen Regulierung aus dem EU-Emissionshandel eine Rolle, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung der bundeseigenen Förderbank KfW und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hervorgeht. Für 61 Prozent hingegen seien Energiekosten ausschlaggebend, für 52 Prozent die Nähe zum Absatzmarkt.

Weitere 26 Prozent der Firmen lassen sich in ihren Standortentscheidungen durch die vorhandene Infrastruktur beeinflussen, die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte oder die Rohstoffkosten, teilten KfW und ZEW mit. Für ein Fünftel sei die politische Sicherheit und Stabilität entscheidend, für 19 Prozent die Lohnstückkosten. Neun Prozent untersuchten Steuern und Abgaben besonders aufmerksam.

Die Befragungsergebnisse zeigten, dass sich „die direkten Kosten der klimapolitischen Regulierung derzeit kaum auf Produktions- und Investitionsentscheidungen“ der Firmen auswirkten, erklärte Andreas Löschel, Experte für Umweltökonomie am ZEW. Die Forscher befragten für die Untersuchung 819 Firmen mit emissionshandelspflichten Anlagen in Deutschland.

Beim Emissionshandel müssen die Industrie und neuerdings auch Fluggesellschaften Zertifikate vorweisen, die ihre in die Luft geblasenen klimaschädlichen Abgase abdecken. Einen Teil erhalten die Firmen gratis, den Rest müssen sie ersteigern. Das System soll Umweltverschmutzung direkt mit einem Preis belegen und Investitionen in Klimaschutz attraktiver machen.