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Zeitarbeit – ein Arbeitsplatz mit Perspektiven?

Berlin / Nürnberg (csr-news) – Angesichts abgeschwächter Konjunkturerwartungen werden Deutschlands Unternehmen bei der Einstellung von neuen Arbeitskräften vorsichtiger. Im August sei der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) zwar nahezu unverändert geblieben, tendenziell sei in den vergangenen Monaten aber eine nachlassende Nachfrage zu verzeichnen, erklärte die Bundesarbeitsagentur am Mittwoch in Nürnberg. Die Nachfrage liege aber nach wie vor auf hohem Niveau. Großen Arbeitskräftebedarf signalisiere die Zeitarbeit, gut jede dritte gemeldete Stelle komme aus diesem Bereich, so die Arbeitsagentur.

In der vorausgegangenen Woche hatte die Fraktion Die Linke im Bundestag unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Statistik ein „Ende der ausufernden befristeten Beschäftigung“ gefordert und dies mit der Zeitarbeit in Verbindung gebracht. Die arbeitspolitische Sprecherin der Fraktion, Jutta Krellmann, hatte mitgeteilt: „Junge Beschäftigte brauchen sichere Arbeitsverhältnisse statt Leiharbeit.“

CSR NEWS wollte von Vertretern der Zeitarbeitsbranche deshalb wissen, welche beruflichen Perspektiven sie jungen Beschäftigten und Berufseinsteigern bietet und wie sicher ihre Arbeitsverhältnisse sind.

Nach Meinung des Pressesprechers des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister, Michael Wehran, eignet sich die Zeitarbeitsbranche für Berufseinsteiger, da sie hier verschiedene Tätigkeitsbereiche ausprobieren könnten. Die Qualität der Arbeitsverträge sei dabei in einigen Bereichen besser als der Gesamtarbeitsmarkt: So seien etwa 80 Prozent der Arbeitsverhältnisse unbefristet und 90 Prozent seien Vollzeitbeschäftigungen. Zudem würden für bestimmte Tätigkeitsfelder Qualifizierungsmaßnahmen angeboten, sagte Wehran gegenüber CSR NEWS.

Ähnlich äußerte sich der Zeitarbeitsanbieter Randstad Deutschland: Dort seien über 70 Prozent der Arbeitsplätze unbefristet. 60 Prozent der Mitarbeiter seien zuvor arbeitslos gewesen. Unternehmenssprecher Sebastian Seyberth teilte gegenüber CSR NEWS mit: „Wir entwickeln für die einzelnen Zielgruppen entsprechende Ansätze und Strategien. Jemand, der ein abgeschlossenes Studium mitbringt, braucht andere Unterstützung als jemand, der keine abgeschlossene oder eine veraltete Berufsausbildung hat.“

Als Beispiel für eine gezielte Weiterbildung nannte Seyberth die Qualifizierungsmaßnahme „Elektrofachkraft für bestimmte Tätigkeiten“. Die erfolgreichen Teilnehmer des 13 Wochen dauernden Kurses mit Theorie und betrieblicher Praxis erhielten mit ihrem Zertifikat einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei Randstad und würden als Elektrofachkraft bei mittelständischen Unternehmen eingesetzt.