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Deutsche erlauben „MSC Flaminia“ Einfahrt in Ärmelkanal

Rennes/Buxtehude (afp) – Deutschland hat nach Angaben der französischen Behörden das durch einen Brand schwer beschädigte deutsche Containerschiff „MSC Flaminia“ zur Einfahrt in den Ärmelkanal freigegeben. Die deutsche Seite habe grünes Licht gegeben, sagte eine Sprecherin der Seebehörde für den Ärmelkanal (Premar) am Freitag in Rennes. Die Weiterfahrt könne ab Freitagabend beginnen, sagte Sprecherin Alexandra Ruzza.

Zuvor hatte bereits die Reederei NSB mitgeteilt, dass das Schiff „aus sicherheitstechnischer Sicht“ in den Ärmelkanal einfahren könne. Die von den Expertenteams vorlegten Ergebnisse zeigten, dass das Manöver „unbedenklich“ wäre, teilte der deutsche Schiffseigner am Freitag in Buxtehude mit. Ein Gutachten habe darüber hinaus ergeben, dass Stabilität und Festigkeit nicht gefährdet seien. Auch die die Situation an Bord habe sich weiter verbessert.

Die „MSC Flaminia“ war Mitte Juli bei der Fahrt von den USA nach Europa auf dem Atlantik in Brand geraten, Teile der Ladung explodierten. Ein Seemann starb, ein Crewmitglied wird vermisst, drei weitere wurden verletzt. Das Schiff soll nach Deutschland geschleppt werden, sofern die Sicherheit garantiert ist. Derzeit wartet es 35 Seemeilen (65 Kilometer) vor der britischen Südwestküste nahe des Ärmelkanals.

Die Havarie hält Reederei und die Behörden mehrerer europäischer Länder seit Wochen in Atem. Die „MSC Flaminia“ hat auch Gefahrgüter geladen, von denen eine Umweltgefahr ausgehen könnte. Dabei handelt es sich nach Angaben des deutschen Havariekommandos um 151 Container mit diversen Industriechemikalien, darunter brennbare Flüssigkeiten, Klebstoffe sowie pharmazeutische Grundstoffe. Knapp 100 dieser Container sind beschädigt oder ganz zerstört. An Bord befinden sich außerdem rund 2500 Tonnen Schweröl und Diesel. Am Dienstag waren internationale Expertenteams an Bord gegangen, um Proben zu nehmen und die Lage zu sondieren.

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